Clemens J. Setz
Die Bienen und das Unsichtbare

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CH: 34,50 sFr

Erschienen: 26.10.2020
Gebunden, 416 Seiten
ISBN: 978-3-518-42965-5
Auch als eBook erhältlich

Platz 1 der ORF-Bestenliste
SWR-Bestenliste

Inhalt

Pure meaning, pure poetry – diese Idee scheint Menschen in allen Jahrhunderten umzutreiben und anzustacheln. Sie ist der Motor für die Erfindung von Sprachen wie Esperanto, Volapük oder Blissymbolics. Den Anekdoten hinter diesen Plansprachen geht Clemens J. Setz in Die Bienen und das Unsichtbare nach, getreu dem Motto: »Erzähl die beste Geschichte, die du kennst, so wahr wie möglich.«

Und diese Geschichte handelt unter anderem von Charles Bliss und seiner Symbolsprache, von Kindern mit Behinderung, die sich mit Blissymbolics zum ersten Mal ausdrücken können. Davon, wie Clemens J. Setz einen Sommer lang Volapük lernt und selbst eine eigene Sprache entwickelt. Es geht um die vermutlich einzige Volapük-Muttersprachlerin, die je gelebt hat, und die Plansprache Talossa für die gleichnamige Mikronation, die ein Teenager 1979 in seinem Schlafzimmer ausrief. Um Klingonisch und High Valyrian, eine Sprache, die für die Fernsehserie Game of Thrones geschaffen wurde. Und um Esperanto, die größte Erfolgsgeschichte in der Welt der Plansprachen, deren Sprecher unter Stalin und Hitler verfolgt wurden und durch die ein junger blinder Russe zum Dichter, Abenteurer und anarchistischen Weltgelehrten wurde. Stets ist es die eigenartige Vermengung von tiefer existenzieller Krise und Sprachenerfindung, die Setz aufspürt und die ihn in ihren Bann schlägt – und so ist dieses Buch auch die persönliche Geschichte des Sprachkünstlers Clemens J. Setz.

Aus dem Buch

»Am 13. November 1925 schrieb Rainer Maria Rilke an seinen polnischen Übersetzer Witold Hulewicz: ›Wir sind die Bienen des Unsichtbaren.‹ Ist das nicht vielleicht die beste Definition von Dichtern in erfundenen Sprachen?«

»›Lol‹ ist das Wort für ›Rose‹.«

Pressestimmen

»Wer die eigenwilligen, mitunter befremdlichen und gerade in ihrer Unergründlichkeit faszinierenden Romane und Erzählungen des ... Clemens J. Setz schätzt, der kann durch Die Bienen und das Unsichtbare ganz sicher nicht gleich das Setz’sche Universum vollends entschlüsseln, aber doch staunend durch den verwinkelten, unendlich scheinenden Fundus dieses Dichters schlendern.«
Wiebke Porombka, Frankfurter Allgemeine Zeitung
»Setz erschließt einen faszinierenden Kontinent. Dieser liegt hinter den Büchern, den Namen und Wörtern, und in ihm ist nichts selbstverständlich. Wie in der Kunst.«
Kolja Reichert, DIE ZEIT
»Ein Buch mit dem Informationswert einer Dissertation und dem Unterhaltungswert von Erzählungen ...«
Christian Dinger, taz. die tageszeitung
»... eine grandiose Liebeserklärung an sein Material und Handwerkszeug: Sprache.«
Marianna Lieder, DIE WELT
»... ein weit verzweigtes, dreckiges Höhlensystem, das den gesamten Literaturbetrieb zu untergraben bereit ist, mit seinen traditionsverliebten Kanonisierungen der sogenannten Weltliteratur.«
Selmar Schülein, der Freitag
»Wie schief gewachsene Bäume stehen [Clemens J. Setz’] Sätze herum und bieten ihre Astlöcher zum Blick in eine andere Wirklichkeit an. Hier tanzen Sprache und Welt miteinander, hier treten sie einander ständig auf die Füße.«
Michael Wolf, Der Tagesspiegel
»›Die Bienen und das Unsichtbare‹ ist mitreißend, weil auf jeder Seite durchscheint, wie sehr der Autor Sprache liebt – und weil der intelligente Montagestil die zahlreichen Informationen unterhaltsam und spannend präsentiert.«
Meike Stein, SR2 KulturRadio
»Wenn [Clemens J. Setz] an den Grenzen der Sprache kratzt, dann geht es ans Eingemachte.«
Wolfgang Popp, ORF Bestenliste
»Clemens J. Setz hat die fast obsessive Auseinandersetzung mit der eigenen Fasziniertheit für konstruierte Sprachen in einen Text verwandelt, der zwischen Personal Essay, Reportage, Studie und Erzählung changiert, der lehrreich ist und nicht zuletzt sehr lustig, kalauernd und ernst.«
Anja Höfer, SWR
»... Clemens J. Setz führt und verführt souverän in ein oft exotisch anmutendes Wort-Reich, mit Bravour, Intensität und Tiefsinnigkeit, die schlicht sprachlos macht.«
Werner Krause, Kleine Zeitung

Kommentare

Setz hat sicher recht: der Frosch ist selten in der Lyrik (zu selten?), doch das allerberühmteste Frosch-Gedicht, ein Haiku von Bashō, erwähnt er nicht.
›Der alte Teich.
Ein Frosch springt hinein -
das Geräusch des Wassers.‹
Markus,

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