Ingeborg Bachmann
Die Radiofamilie

Herausgegeben und mit einem Nachwort von Joseph McVeigh
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Erschienen: 18.06.2012
suhrkamp taschenbuch 4361, Taschenbuch, 410 Seiten
ISBN: 978-3-518-46361-1
Auch als eBook erhältlich

Inhalt

Als Sekretärin beginnt die »kettenrauchende Meerfrau mit Engelhaar« 1951 im amerikanischen Besatzungssender Rot-Weiß-Rot in Wien. Ingeborg Bachmann, so der Name der jungen Frau, sorgt für Aufsehen und avanciert noch im Herbst desselben Jahres zur Script-Autorin. Sie wird für die nächsten beiden Jahre das Hörspielprogramm des Senders prägen und die Radiofamilie Floriani zur beliebtesten Sendung der Nachkriegszeit machen.
Sie sind bürgerlich und verschroben, die Florianis: Da ist Hans, der Paterfamilias, Oberlandesgerichtsrat und ehrenhaft bis in die Knochen. Von den rotzfrechen Kindern wird er um den Finger gewickelt: »Ich bin eine komische Figur in meiner Familie«, beklagt er sich bei seiner Frau Vilma, Generalstochter aus dem Ersten Weltkrieg, »also ein bisserl etwas Höheres«. Dann ist da noch Onkel Guido, der Nazi war, aber ein kleiner, der sonst nichts angestellt hat. »Nur ein Trottel, der auf den Hitler hereingefallen ist.« Woche für Woche verhandeln sie mit viel Witz und Ironie das große und auch das kleine Weltgeschehen.

Pressestimmen

»Wie sie sich mit leichter Hand eine Wiener Tradition des humoristischen und satirischen Schreibens aneignet, ist … auch für den heutigen Leser noch vergnüglich.«
Friedmar Apel, Frankfurter Allgemeine Zeitung
»Die treffsichere Alltagssprache ist einmalig in Bachmanns Werk und lässt Die Radiofamilie als heiteres Gegenstück zum Nachkriegsfilm Der dritte Mann erscheinen. Das Heitere sollte im späteren Werk der Dichterin allerdings nicht mehr vorkommen. Dennoch ist die Soap Opera im Werk der Bachmann kein Ausrutscher, sondern der Versuch, dem Gewicht der Welt mit Leichtigkeit beizukommen.«
Susanne Schanda, Neue Zürcher Zeitung am Sonntag
»Was sofort ins Auge fällt: wie unglaublich geschickt die Serie konzipiert war. Ihre Kollegen sprechen im Rückblick sogar von ›Genie‹.«
Ina Hartwig, DIE ZEIT
»Ingeborg Bachmanns Radio-Seifenoper-Folgen sind eine vergnügliche Lektüre, die zwar Bezüge zu ihrem späteren literarischen Werk und wohl auch zu ihrer Biografie entdecken lässt. Zuallererst aber zeigt sie das Geschick der Autorin, Wiener Lebensalltag nach 1950 in kleine Szenen zu fassen und so Jahrzehnte später das Aroma jener Jahre noch nachschmecken zu lassen.«
Urs Bugmann, Neue Luzerner Zeitung

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