Hans Magnus Enzensberger
Eine Handvoll Anekdoten - auch Opus incertum

Mit 122 vierfarbigen Abbildungen
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Erschienen: 22.10.2018
Gebunden, 239 Seiten
ISBN: 978-3-518-42821-4
Auch als eBook erhältlich

Inhalt

»Das eigene Geburtsdatum ist schwer loszuwerden. Auch M. schleppt es mit sich herum.« Die ersten zwanzig Jahre sind ein Gepäck, das ein Mensch nie wieder los wird. Aber die Erinnerung ist ein fragmentarischer und unzuverlässiger Ratgeber. Deshalb nimmt sich der Autor die Freiheit der Regie und der Collage, fügt Motive, Bilder und Anekdoten zu einem Opus incertum zusammen. So nannten die alten Römer eine spezielle Art ihres Mauerbaus: ein »ungesichertes Werk«.

In Impressionen, Sprüngen und Exkursen folgen wir also den Geschichten des M., den Abenteuern eines, der sich den Zumutungen der Geschichte zu entziehen wusste: Familien-Bande und erste Liebe, frühe Lektürelust und Mediensucht, jede Art von Ausweichmanöver vor falscher Autorität, ein missglückter Sprengstoffversuch, Fahnenflucht, Schwarzhandel und dann das Glück akademischer Freiheit im Studium – noch jenseits von Pisa und Bologna: Ob es um jesuitisch geprägte Marx-Exerzitien oder, unter Vortäuschung von Altgriechisch-Kenntnissen, um ein »Mokka-Seminar« im professoralen Salon ging, um ein bisschen Linguistik oder Psychiatrie – hier ließ man ihn in Ruhe.

Aber ist es nur das Buch eines Subjekts namens M.? Der Autor selbst bewahrt uns, mit Blaise Pascal, vor dem Irrtum: »Manche Autoren sagen, wenn sie von ihren Werken sprechen: Mein Buch, mein Kommentar, meine Geschichte. Besser wäre es, sie sagten: Unser Buch, unser Kommentar, unsere Geschichte – weil gewöhnlich mehr Gutes von anderen als von ihnen darin steht.«

Mit 122 farbigen Abbildungen

 

Aus dem Buch

»In diesem Buch schreibe ich die Kindheitsgeschichte des M. Ich kann versprechen, dass ich nichts Falsches sagen werde; aber ich glaube nicht, dass ich vorhabe, alles zu sagen. Ich behalte mir das Recht vor, durch Verschweigen zu lügen. Es sei denn, dass ich mir’s anders überlege.«

Pressestimmen

» ... er ist nicht nur einer der einflussreichsten, sondern auch einer der umtriebigsten deutschen Intellektuellen im globalen Kulturbetrieb. ... Stets hat er die Nase im Wind. Er ist wendig, witzig, schnell. ... Mit seinen Anekdoten hat Hans Magnus Enzensberger eines seiner schönsten späten Bücher veröffentlicht.«

Manfred Papst, Neue Zürcher Zeitung am Sonntag

»Dieses vergnügliche, immer wieder sehr warmherzige Buch eines trauernden Konservativen wirkt überraschender- und wohl unbeabsichtigter Weise wie eine Forderung, die Deutung der Träume zu übernehmen, das Verdrängte auszusprechen. Und das ist auch nötig, denn Jüngere können sich die Bequemlichkeit nicht mehr leisten, unangreifbar zu bleiben und relevante gesellschaftliche Fragen als ›politische Korrektheiten‹ abzutun.«

Insa Wilke, Süddeutsche Zeitung

»Die kurzweiligen Memoiren eines Hochbegabten bestätigen im Großen und Ganzen das Bild vom leichthändigen, alerten und gerissenen Hans Magnus Enzensberger, das seit Langem im Umlauf ist ... Besser als je zuvor versteht man nach der Lektüre ... die entscheidende Lektion für seinen berühmten intellektuellen Nonkonformismus ...«

Iris Radisch, DIE ZEIT

»Enzensbergers Autobiographie ist vergnüglich, gibt viel zu denken, ist hervorragend gestaltet ... «

Dirk von Petersdorff, Frankfurter Allgemeine Zeitung

»Soviel ist allemal gewiss: Man kann gar nicht anders, als einer solch lässigen, aller Großtuerei abholden Lebenshaltung ... diesem unregelmäßigen Mauerwerk aus lauter Erinnerungsfundstücken und - steinen seine allergrößte Bewunderung zu zollen.«

Knut Cordsen, Deutschlandfunk Kultur

»Enzensberger versteht es, sich zu einem Schelm zu machen, der es faustdick hinter den Ohren hat. Der Spaß, mit dem er sich ins Gebet nimmt, ist ansteckend. Wie fein er seinen Lesern dabei Geschichtsstunden unterjubelt! All das zusammen – eine Kunst.«

Roland Gutsch, Nordkurier

»Spielerisch, assoziativ und geistreich ... «

neues deutschland

»[Enzensberger] schwebt längst in eigenen literarischen Sphären und überrascht uns immer wieder mit Büchern, an denen wir uns abarbeiten und erfreuen dürfen.«

Frank Dietschreit, Mannheimer Morgen

» ... mit wenigen Worten und unterstützt durch eigene Familienfotos und weitere Abbildungen, vermag Enzensberger es, den Leser in die 30er- bis Mitte der 50er-Jahre zu versetzen.«

Tobias Wenzel, NDR

»HME ist längst ein Markenname, der für eine hierzulande ungewöhnliche Kombination aus literarischem Ernst, intellektueller Brillanz und spielerischer Attitüde steht. Seine heutzutage fast schon provozierende Botschaft lautet: Bildung macht Spaß!«

Steffen Radlmaier, Nürnberger Nachrichten

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