György Dragomán
Löwenchor - Novellen

Aus dem Ungarischen von Timea Tankó
Leseprobe » Bestellen »


D: 24,00 €
A: 24,70 €
CH: 34,50 sFr

Erschienen: 11.02.2019
Gebunden, 269 Seiten
ISBN: 978-3-518-42851-1
Auch als eBook erhältlich

Nominiert für den Preis der Leipziger Buchmesse 2019

Inhalt

Nach der Beerdigung seiner Mutter kehrt Ferenczi nicht in die leere Wohnung zurück, sondern fliegt nach Madrid. Auf dem Hotelbalkon an der Puerta del Sol, während von unten »Tanzmusik, Freudenmusik und Trauermusik« heraufdringt, geht ihm durch den Kopf, wie anders das Leben verlaufen wäre, hätten die kommunistischen Behörden seinen Eltern nicht die Hochzeitsreise nach Spanien verweigert – das Hotel an der Puerta del Sol war schon gebucht. Sein Vater wäre nicht in den Bergen verunglückt, und seine Mutter hätte ihre Gesangskarriere gemacht, statt putzen zu gehen. Wie Stimmen einer Partitur verflechten sich die langen, dichten Sätze und lassen Sequenzen der Vergangenheit und Gegenwart einander durchdringen.

»Dass der Schmerz irgendwann nachließ, davon handelte die Musik«, sagt eine Sängerin, die ihr Leben lang mit Ella Fitzgeralds Cry me a river auftritt und Glück und Qual einer Musikerexistenz bis zum Ende durchstehen muss.

Musik als Leidenschaft, Wunschtraum und Fluch, als Katalysator des Übersinnlichen und als Auslöserin von Katastrophen – all diese Motive wandern durch die zwanzig Novellen, aus denen György Dragomán seinen mächtigen Löwenchor zusammengestellt hat.

Aus dem Buch

»Wenn ich singe, friere ich nie, und auch die, die mir zuhören, frieren nicht.«

Pressestimmen

»Es beeindruckt, wie einfallsreich György Dragomán die Form der schmalen Erzählung als Instrument der Menschenerkundung handhabt.«

Lothar Müller, Süddeutsche Zeitung

» ... ›Das‹ sind die Druckfahnen überraschender, anfassender, manchmal Bündel und Kreise bildender, dann versickernder oder abreißender Erzählungen, konzentrierte und um alle Überflüssigkeiten bereinigte Kurzprosa: Löwenchor

Lennart Laberenz, der Freitag

»Es gehört zu Dragománs novellistischer Begabung, umstandslos in medias res zu gehen und im alltäglich Kleinen grosse Zusammenhänge aufzutun.«

Ilma Rakusa, Neue Zürcher Zeitung

»Wunderbare neue Kurzgeschichten von György Dragomán. Verbunden sind die oft ins Surreale übergehenden Erzählungen durch das Leitmotiv der Musik.«

Wolfgang Schneider, SWR

»Es sind kurze Geschichten, vielstimmig, überraschend, sanfte und lärmende, kräftige und ganz zarte. György Dragomán spielt polyphon, wechselt von einem Instrument zum anderen. Manchmal erzählend, manchmal anklagend, manchmal monologisierend, manchmal dramatisch.«

Gallus Frei-Tomic, literaturblatt.ch

»Musik als Leidenschaft, Fluch und Wunschtraum: György Dragomán sammelt für seine Geschichten viele wunderbare Details. ... Auch da, wo Dragomán nicht von der Suche nach Identität und Distanz erzählt, ist sie hörbar wie eine ferne, hartnäckige Melodie.«

Gundula Sell, Sächsische Zeitung

»György Dragomán hat für seinen neuen Erzählband oft eine kindliche Perspektive gewählt. Um Musik und die Historie Rumäniens geht es in den mitunter surrealen Kurzgeschichten. Diese erzählt er virtuos mit kaskadenhaften Satzgebilden.«

Wolfgang Schneider, Deutschlandfunk

» ... eine höchst abwechslungsreiche Lektüre, deren rasche Tempowechsel und verschiedenen Sprachebenen jeglicher Langatmigkeit vorbeugen.«

Julia Rosche, TraLaLit

»Vorstellungs- und Wirklichkeitswelten verwebt Dragomán in seinen Novellen eindrucksvoll als große Sinfonie ... «

Heike Kunert, Lesart 1/2019

Nachrichten

Kommentieren