Simone Buchholz
Mexikoring - Kriminalroman

Leseprobe » Bestellen »


D: 14,95 €
A: 15,40 €
CH: 21,90 sFr

NEU
Erschienen: 10.09.2018
suhrkamp taschenbuch 4894, Klappenbroschur, 250 Seiten
ISBN: 978-3-518-46894-4
Auch als eBook erhältlich

Inhalt

In Hamburg brennen die Autos. Jede Nacht, wahllos angezündet. Aber in dieser einen Nacht am Mexikoring, einem Bürohochhäuserghetto im Norden der Stadt, sitzt noch jemand in seinem Fiat, als der anfängt zu brennen: Nouri Saroukhan, der verlorene Sohn eines Clans aus Bremen. War er es leid, vor seiner Familie davonzulaufen? Hat die ihn in Brand setzen lassen? Und was ist da los, wenn die Gangsterkinder von der Weser neuerdings an der Alster sterben?

Staatsanwältin Chastity Riley taucht tief ein in die Welt der Clan-Familien. Nach und nach erschließen sich ihr die weitverzweigten kriminellen Strukturen, die sich durch ganz Deutschland ziehen. Und sie bekommt Einblick in Nouri Saroukhans Geschichte. Es ist die Geschichte eines Ausbruchs zu einem hohen Preis. Und es ist die Geschichte einer Liebe: von Nouri und Aliza, die nicht zusammenkommen durften und in ein anderes Leben türmten, das aber kein besseres war. Weiß Aliza, was mit Nouri am Mexikoring passiert ist?

Pressestimmen

»Chastity Rileys Blick ist so scharf und so böse wie liebevoll und bildverliebt.«
Elmar Krekeler, DIE WELT

»Wenn die Sätze so trocken zerbröseln wie Knäckebrot und ein paar nikotinsüchtige Ermittler in illusionslosen Dialogen philosophisch werden, dann steckt Chas Riley ... in einem neuen Fall.«

Ruthe Bender, Ostsee-Zeitung

Veranstaltungen

Videobeiträge

Kommentare

»Staatsanwältin Chastity Riley ist eine starke Frau. In der Domäne von Polizisten und Kriminellen steht sie ….. ihren Mann. (Muss mal so gesagt werden, ist so). Sie säuft, pafft, hat poetische wie taffe Sprüche drauf. Redet Netto-Text ( frei von Geschwafel). Innerhalb der Staatsanwaltschaft ist sie das schwarze Schaf, abgeschoben in ein ›Lochbüro‹. Aus dem darf sie nur raus, wenn es heißt: ›Das, was vorgefallen ist, ist so kaputt, das passt zu Riley.‹ Ich kenne Chastity seit ›Blaue Nacht‹ und ›Beton Rouge‹. Total verquere Fälle.

Auch hier.

Einem jungen Mann aus dem Bremer Mhallamiye- Clan wird in Hamburg das Auto abgefackelt, dumm, dass er darin sitzt und die Türen verschlossen sind. Er überlebt den Vorfall nicht. Ein Fall für Riley, denn der unnatürliche Tod eines Clan-Mitglieds gehört nicht zur Lieblingsbeschäftigung von Rileys Kollegen. Die Mitglieder des Clans halten die Schnauze, andererseits gibt’s ›auf die Schnauze für alle. Ist natürlich auch ein interessantes Konzept‹.

Chastity Riley dominiert mit ihrem Verhalten, ihrer Denke, ihrem Netto-Sprech die Handlung. Die Polizisten, mit denen sie am Tatort, in Bremen und Hamburg aufschlägt, sind meist nur Anhängsel, auch wenn sie das Sagen haben. Chastity prägt die Story und dabei kommt die Geschichte von Nouri, dessen Familie, dem Clan und seinem Verhältnis zu Aliza zu kurz. Schade. Wir erfahren, wie der Clan funktioniert, erleben eine fast Shakespeare’sche Tragödie à la Romeo und Julia, aber über allem schwebt Chastity wie eine Plasiktüte im Wind, verschwindet nie. (Frei nach der Kapitelüberschrift ›Vielleicht sind Plastiktüten ja irgendwann die besseren Möwen‹). Eine Tragödie auch nach dem Motto ›und konnten beisammen nicht kommen…‹, Clankinder, keine Königskinder. Aber warum muss es mit dem Tod für den jungen Mhallamiye enden? Übrigens: Manchmal kommst Du mit Ehrlichkeit nicht ans Ziel, ob das nun Mexiko ist oder ein anderes.

Simone Buchholz schreibt mit ›Mexikoring‹ eine Einführung in das Leben und Wirken des Bremer Mhallamiye-Clans, dem wir in Medienberichten schon häufiger begegnet sind. Sie erweckt den Eindruck, gut recherchiert zu haben, stellt die Verhältnisse sehr plastisch dar. Dabei hat sie das Gleichgewicht zwischen Chastity Riley und deren persönlichen wie beruflichen Umfeld zu Lasten der eigentlichen Geschichte von Nouri und Aliza schlecht austariert. Den Clan der Chastity-Fans wird es nicht stören – und das Lesen dieses Romans bereitet unabhängig von meinem Gemaule gute Unterhaltung. Es ist ein Buch, bei dem ›Scherben lutschen‹ ein Genuss ist.«
Heinz Bielstein, 13.09.2018

Kommentieren