Hans Magnus Enzensberger
Wirrwarr - Gedichte

Gestaltet von Justine Landat mit Bildern von Jan Peter Tripp
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D: 24,00 €
A: 24,70 €
CH: 34,50 sFr

Erschienen: 17.02.2020
Gebunden, 140 Seiten
ISBN: 978-3-518-42916-7

Inhalt

Wirrwarr! Ein Wort wie aus dem Chaos geboren in seiner stabreimend grollenden Heftigkeit. Aber ist hinter dieser Fassade nicht auch der erlösende Ausruf »Wie wahr!« zu vernehmen? Wie Täuschung und Selbsttäuschung, Fehleinschätzungen und versagende Routinen den Alltag bestimmen, das zieht der Dichter so belustigt wie hintersinnig und traurig an mancherlei Beispiel aus dem Hut.

Wären es aber allein diese Beobachtungen – sehr brauchbar für so manches Gedicht. Doch wenn die Hinfälligkeit als Existenzform in Rede steht, das Tänzeln auf dem Hochseil über bodenlosen Abgründen, dann geht es ums Ganze – darum, »die Metaphysik auf kleiner Flamme zu halten« und selbst dem finalen »Fall des Falles« ins Auge zu blicken. Wohl dem, der auch in dieser Lage dem Jüngsten Gericht zublinzelt und eine kühle Antwort auf die letzte aller Fragen bereithält: »Wozu das alles?«

Wie in Blauwärts (2013) greifen drei Experten erneut zu Feder, Malstift und Schere: Hans Magnus Enzensbergers Gedichte verbinden sich mit den Bildern von Jan Peter Tripp in der Buchgestaltung von Justine Landat zu einem gemeinsamen Ausritt durch melancholisch beleuchtete Zonen von Bedrohlichkeit, Versagen und (künstlerischem) Gelingen.

Pressestimmen

»Auch als Neunzigjähriger bleibt Hans Magnus Enzensberger behände.«

Helmut Böttiger, Süddeutsche Zeitung

»Heiter und angriffslustig werden Leser und die Welt beschimpft. ... Es herrscht melancholisch-heitere Abschiedsstimmung. Ein Mann vor dem jüngsten Gedicht.«

Volker Weidermann, DER SPIEGEL 8/2020

»Mit altmeisterlicher Geste beweist Enzensberger seine hohe Begabung, das Schwere ganz leicht zu sagen und hinter der kultivierten Gefälligkeit des Ausdrucks den politischen Anspruch seiner lyrischen Kommentare zu wahren.«

Badische Neueste Nachrichten

»Der Dichter Enzensberger ist indessen noch fidel. Langsamkeit und Panzer stehen ihm nicht an. Stattdessen erzeugt er munteren Wirrwarr – ein vergnügliches Chaos.«

Björn Hayer, Berliner Zeitung

»... poetisch verdichtete Gedanken und geistreiche Notizen über die Vergänglichkeit der Existenz und die Vergeblichkeit allen Tuns.«

Steffen Radlmaier, Nürnberger Nachrichten

»Keinesfalls unerwähnt bleiben dürfen die surrealen, photorealistischen Gemälde von Jan Peter Tripp, die dieses Buch nicht illustrieren, sondern in ihrer Rätselhaftigkeit vielmehr einen reizvollen Kontrast zur leuchtenden Klarheit der Gedichte bilden.«

Alexander Altmann, Landshuter Zeitung

»So sehr diese neuen Gedichte Vergänglichkeit befragen – Enzensberger bleibt ein leichthändig wacher Bewohner des Diesseits.«

Michael Schreiner, Augsburger Allgemeine

»Der Lyriker, der sich doch eigentlich mehr als Essayist ins politische Weltgeschehen stürzte, mit luziden Aufsätzen, provokanten Kommentaren, kontroversen Debattenbeiträgen, hat nie Feinschliff und Eleganz der Sprache aus dem Blick verloren. ... Wirrwarr – ein Band, der das endliche Zeitgefühl erfasst und dem leisen Ausklang einer bewegten ›Sturm und Drang‹-Zeit augenzwinkernd zublinzelt.«

Claudia Christophersen, NDR

»Was Hans Magnus Enzensberger, der im vergangenen November seinen 90. Geburtstag zu zelebrieren hatte, hier mit lässiger Eleganz, samuraischwertscharfem Witz und beißender (Selbst-)Ironie zu Papier gezaubert hat, das macht ihm keiner nach. Ein Risenvergnügen ...«

Michael Augustin, Lesart 1/20

»Am Anfang des Buches fragt der Autor nicht ohne für ihn typischer Selbstironie: ›Ob das Gedichte sind?‹ Sind es – und zwar herrlich leichte, intelligente, altersweise und kindlich verspielte Gedichte, denen man viele Leser/-innen wünscht.«

Carl Wilhelm Macke, Buchprofile/Medienprofile Jg. 65/2020, Heft 2

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