Zum Kinostart von Plüss
Der Film erzählt – frei nach Jörg Steiners Der Kollege – die Geschichte des arbeitslosen Max Plüss. Dieser ist vor über 45 Jahren nach Biel an den Jurasüdfuss gezogen. Dann erfährt Plüss, dass er ›ausgesteuert‹ ist und Sozialhilfe zu beantragen hat. Dies überrascht ihn zwar, vermag ihn aber – trotz Winter, Kälte und Hochnebel – nicht zu deprimieren. Plüss ist ein Stiller, darauf bedacht, in der Geschäftigkeit der Stadt nicht aufzufallen. Das macht ihn zum präzisen Beobachter von Geschehnissen, die dem flüchtigen Auge nicht auffallen. Er liebt zwei Dinge über alles: Seine Minox, die ihn ständig begleitet und Robert Walser, der ihm gerade in den Sinn kommt, als er ›ausgesteuert‹ auf dem Zentralplatz steht. Plüss’ Alter Ego, sein Kollege, hingegen sucht die Exposition. Andauernd kommentiert er die Welt und vermiest solcherart Plüss, sarkastisch oder gar zynisch, die Stimmung. Im Gegensatz zu Plüss vermochte dieser die Arbeitslosigkeit nicht zu ertragen und ertränkte sich im See. Seither taucht er ungefragt aus Plüss’ Unterbewusstsein auf und mischt sich in dessen Leben ein.
In den Hauptrollen sind Max Rüdlinger (Plüss) und Yves Progin (Der Kollege) zu sehen. Für Regie und Schnitt ist Martin Albisetti verantwortlich.
In den Hauptrollen sind Max Rüdlinger (Plüss) und Yves Progin (Der Kollege) zu sehen. Für Regie und Schnitt ist Martin Albisetti verantwortlich.
Die literarische Vorlage
In knappen Skizzen und minutiös beobachtet, entwickelt Jörg Steiners Erzählung Der Kollege das Psychoprotokoll eines Arbeitslosen, den Prozeß der Ausgrenzung eines Menschen: eines Menschen, der zum Verschwinden gebracht wird.
Seit dem Tag, an dem für den Mechaniker Bernhard Greif und seinen Kollegen das Wort Feierabend seine Bedeutung verloren hat, seit »vierhundert Stempeltagen«, sind Greif und sein Freund ein unzertrennliches Paar. Jeder ihrer arbeitslosen Tage hat seinen Weg: an der Post entlang, in die Mensa des Gymnasiums, in der sie gelitten sind, in der öffentlichen Bedürfnisanstalt kann man sich rasieren, in einer Kneipe erhält man für das Ausfüllen von Lottoscheinen ein Glas Wein, um dann mit den eigenen Tippscheinen »kurz vor sechs« am Kiosk die Hoffnungen auf Glück abzugeben.
Seit dem Tag, an dem für den Mechaniker Bernhard Greif und seinen Kollegen das Wort Feierabend seine Bedeutung verloren hat, seit »vierhundert Stempeltagen«, sind Greif und sein Freund ein unzertrennliches Paar. Jeder ihrer arbeitslosen Tage hat seinen Weg: an der Post entlang, in die Mensa des Gymnasiums, in der sie gelitten sind, in der öffentlichen Bedürfnisanstalt kann man sich rasieren, in einer Kneipe erhält man für das Ausfüllen von Lottoscheinen ein Glas Wein, um dann mit den eigenen Tippscheinen »kurz vor sechs« am Kiosk die Hoffnungen auf Glück abzugeben.
Laura de Weck, Lukas Bärfuss und Thomas Strässle sprechen über Jörg Steiner
Alle lieferbaren Werke von Jörg Steiner
Zuletzt aktualisiert am 30.04.2026

