Nana Ekvtimishvili
Das Birnenfeld - Roman

Aus dem Georgischen von Ekaterine Teti und Julia Dengg
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Erschienen: 13.08.2018
suhrkamp taschenbuch 4882, Klappenbroschur, 221 Seiten
ISBN: 978-3-518-46882-1
Auch als eBook erhältlich

Inhalt

Der Geschichtslehrer muss sterben, die Kinder sollen über das Birnenfeld in die Freiheit rennen – das ist Lelas Plan. Im Internat für geistig behinderte Kinder in Tbilisi, einem Relikt aus Sowjetzeiten, hat das zornige Mädchen die Rolle der Beschützerin übernommen. Die Lehrerinnen sind mit den »Debilen« überfordert. Behindert sind die wenigsten ihrer Schützlinge, im Stich gelassen, abgehängt sind sie alle.

So mörderisch Lelas Hass auf den Geschichtslehrer, so schwesterlich ihr Verhältnis zu Irakli: Sie begleitet ihn in eine Hochhauswohnung in der Nachbarschaft, wo er einmal in der Woche mit seiner Mutter in Griechenland telefonieren darf. Irakli will nicht wahrhaben, was Lela längst weiß: Seine Mutter wird nie zurückkehren, sie wird ihn auch nicht zu sich holen. Lela zwingt ihn, Englisch zu lernen, unterstützt seine Hoffnung, nach Amerika zu gehen. Ein Traum, der eines Tages, als ein Ehepaar aus den Südstaaten anreist, wahrzuwerden droht … 

Es sind die rebellischen Mädchen und Frauen in der georgischen Gesellschaft, denen Nana Ektvimishvili Gesicht und Stimme gibt.

Im Original erschienen unter dem Titel მსხლების მინდორი [Mskhlebis Mindori] (Bakur Sulakauri Tiblissi).

Pressestimmen

»Ekvtimishvilis Sprache entbindet jenes Grauen, das wir mit geschlossenen Anstalten assoziieren. Sie erzählt von körperlicher Gewalt und geistiger Armut. Sie beschreibt eine Normalität der Abweichung.«

Jamal Tuschick, der Freitag

»Das Birnenfeld ist mehr als nur ein klug konstruierter Roman. Das Buch ist das scharfsichtige Porträt einer Gesellschaft, die auf dem Weg in eine neue Zeit ihre Mitmenschlichkeit verliert. Ein bewegendes Debüt.«

Mirko Schwanitz, NDR

»Nana Ekvtimishvili hat ein schonungsloses Buch geschrieben, das den Abgehängten eine Stimme gibt und zugleich Gleichgültigkeit und Rohheit anklagt.«

Holger Heimann, WDR 5

»Das Große im Kleinen sucht Nana Ekvtimishvili in ihrem Roman Das Birnenfeld

Andreas Fanizadeh, taz. die tageszeitung

»Das auch sprachlich hervorragende Buch erzählt von Missbrauch, Verwahrlosung, Prostitution, Verlassenheit. ... Es ist die traurige und dunkle Seite der sowjetischen und postsowjetischen Gesellschaft, die Nana Ekvtimishvili heraufbeschwört.«

Barbara Weidle, Literaturblatt für Baden-Württemberg September/Oktober 2018

»Behutsam, herzzerreißend, aber völlig unsentimental, dafür mit poetischer Kraft, erzählt sie von Kindern am Rand der Stadt, am Rand der Gesellschaft.«

Cornelia Zetzsche, Bayerischer Rundfunk

»Es schmerzt, von den Gewalterfahrungen der Internatsbewohner, zum Großteil Waisen oder von ihren Eltern dort abgegebene Kinder, zu lesen. ... Nicht zu letzt macht der Roman deutlich, dass Andersartigkeit in der konservativen georgischen Gesellschaft lange Zeit nicht akzeptiert war und ihr mit diskriminierendem, teils rassistischem Verhalten begegnet wurde.«

Sarah Käsmayr, Jungle World 36/2018

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