Alain Ehrenberg
Die Mechanik der Leidenschaften - Gehirn, Verhalten, Gesellschaft

Aus dem Französischen von Michael Halfbrodt
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D: 34,00 €
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CH: 45,90 sFr

Erschienen: 08.04.2019
Gebunden, 429 Seiten
ISBN: 978-3-518-58730-0
Auch als eBook erhältlich

Inhalt

Seit den 1990er Jahren gewinnt eine neue Wissenschaft des menschlichen Verhaltens ungeheuer an Dynamik: die kognitive Neurowissenschaft. Ihr Ziel ist die Erforschung des Gehirns, um geistige Pathologien wie Depressionen oder Schizophrenie zu behandeln, aber auch das Lernen oder die Kontrolle von Emotionen zu verbessern. In seinem faszinierenden Buch geht Alain Ehrenberg der Frage nach, ob diese Wissenschaft das »neue Barometer« unseres Verhaltens und Lebens geworden ist. Hat sie den Platz eingenommen, den früher die Psychoanalyse innehatte? Ersetzt der »neuronale« Mensch nun den »sozialen« Menschen?

Ehrenberg zeigt, dass die kognitive Neurowissenschaft und die mit ihr verbundene Verhaltensökonomie ihre wachsende Autorität nicht nur aus ihren wissenschaftlichen Ergebnissen, sondern auch aus der Einschreibung in ein wichtiges soziales Ideal bezieht: das eines Individuums, das seine Unzulänglichkeiten durch Nutzung seines »verborgenen Potentials« in verwertbare Vermögen umzuwandeln vermag. Diese neue Wissenschaft vom Verhalten ist für Ehrenberg daher die Echokammer unserer zeitgenössischen Ideale der Autonomie.

Im Original erschienen unter dem Titel La Mécanique des passions. Cerveau, comportement, société (Odile Jacob).

Aus dem Buch

»Während die Psychoanalyse den Menschen an seine Grenzen erinnert, lädt die kognitive Neurowissenschaft ihn dazu ein, diese zu überschreiten.«

Pressestimmen

» ... In solchem Geist hat er auch sein wichtiges Buch geschrieben, dessen größtes Verdienst es ganz zweifellos ist, zu zeigen, wie die Psychiatrie sich viel zu lange vom Versprechen der Wissenschaftlichkeit verzaubern ließ.«

Peter Kuras, Der Freitag

»Ehrenberg schreibt Wissenschaftsgeschichte Gesellschaftsgeschichte. Mit Die Mechanik der Leidenschaften zeigt er abermals, dass er der kritische Historiograf der modernen Sorge um die Seele ist, als deren Ort zurzeit das Gehirn gilt.«

Jakob Hayner, taz, die tageszeitung

»Harter Stoff, hochaktuell.«

Meike Fessmann, Der Tagesspiegel

»Die zentrale Frage von Ehrenbergs neuem Buch lautet: Was passiert, wenn der Mensch nicht mehr als sein Gehirn ist?«

Libération
»Ein wegweisendes Buch.«
La Croix

»Ehrenberg deckt den verborgenen kategorischen Imperativ der Neurowissenschaften auf.«

Philosophie Magazine

» Ein großer Wurf wie dieser gelingt nur noch selten.«

Stephan Schleim, Psychologie Heute September 2019

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