Esther Kinsky
Hain - Geländeroman

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CH: 34,50 sFr

Erschienen: 12.02.2018
Gebunden, 287 Seiten
ISBN: 978-3-518-42789-7
Auch als eBook erhältlich

Ausgezeichnet mit dem Preis der Leipziger Buchmesse 2018
Platz 1 der SWR-Bestenliste
Platz 1 der ORF-Bestenliste

Geländeroman

Drei Reisen unternimmt die Ich-Erzählerin in Esther Kinskys Geländeroman. Alle drei führen sie nach Italien, doch nicht an die bekannten, im Kunstführer verzeichneten Orte, nicht nach Rom, Florenz oder Siena, sondern in abseitige Landstriche und Gegenden – nach Olevano Romano etwa, einer Kleinstadt in den Hügeln nordöstlich der italienischen Hauptstadt gelegen, oder in die Valli di Comacchio, die Lagunenlandschaft im Delta des Po, halb von Vögeln beherrschte Wasserwelt, halb dem Wasser abgetrotztes Ackerland. Zwischen diesen beiden Geländeerkundungen im Gebirge und in der Ebene führt die dritte Reise die Erzählerin zurück in die Kindheit: Wie bruchstückhafte Filmsequenzen tauchen die Erinnerungen an zahlreiche Fahrten durch das Italien der Siebzigerjahre auf, dominiert von der Figur des Vaters.

Esther Kinskys Streifzüge und Wanderungen – im Gedächtnis ebenso wie gehend oder fahrend in der Gegenwart – sind Italienische Reisen eigener Art. Sie erkunden mit allen Sinnen äußeres Terrain und führen doch ins Innere, zu Abbrüchen der Trauer und des Schmerzes und zu Inseln des Trostes. Der einfühlsame, präzise Blick der Reisenden entlockt jedem Gelände, was eigentlich im Verborgenen liegt: Geheimnis und Schönheit.

Pressestimmen

»Auch wer schreibt, bewegt sich auf undefiniertem Gelände ... Esther Kinsky ist bisher vor allem als Lyrikerin und Übersetzerin hervorgetreten. Und vielleicht sind diese Nuancen der äusseren und inneren Landschaften nur einer Übersetzerin möglich, jemandem, der am Gewicht der Worte trägt und jeden Satz auf die Goldwaage legt, bis er so leicht wie eine Vogelfeder geworden ist.«

Andrea Köhler, Neue Zürcher Zeitung

»[Hain] beeindruckt mit diesem bedingungslosen Existieren, mit einer Ziellosigkeit, die nicht deprimierend ist, sondern eine Form von Freiheit.«

Judith von Sternburg, Frankfurter Rundschau

»Tatsächlich entwickelt Hain einen Sog, den man als Leser vielleicht von Wanderungen kennt, auf denen man die Orientierung verloren hat, wo es hinter einem kein Zurück mehr gibt und vor einem nur die Hoffnung auf ein Zeichen, irgendeinen Hinweis, der einen wieder auf die Spur bringt.«

Uwe Rada, taz. die tageszeitung

»Denn es ist diese Ambivalenz, dieses unangestrengt Durchscheinende, diese schimmernde Bedeutungsvielfalt all dessen, was die Erzählerin von zwei aktuellen Italienreisen und der Erinnerung an viele frühere, mit dem längst verstorbenen Vater unternommene, notiert und bewahrt, das dem Buch seinen außergewöhnlichen Zauber verleiht.«

Tilman Spreckelsen, Frankfurter Allgemeine Zeitung

»[Esther Kinsky] hat unendlich viele Wörter und Wendungen dafür, ein fast schon unheimlich ausdifferenziertes Vokabular für die Brache, das Marschland, den Hain, das Gehölz, für jenes botanisch-geologisches Dazwischen, das auch ein Dazwischen der Bedeutung ist … So viel Abwesenheit in der Anwesenheit der Wörter war selten, und es ist eine große Kunst.«

Hubert Winkels, Süddeutsche Zeitung

»Wie ein Landschaftsmaler, der Tag für Tag seine Staffelei im Freien aufstellt, schaut Esther Kinsky auf das ›Gelände‹, studiert es zu verschiedenen Tageszeiten und bei wechselndem Wetter, sucht seine Anatomie wie seinen Gebrauch durch den Menschen zu verstehen.«

Bettina Hartz, Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung

»Manche Leute berichten, wenn sie streng fasteten, werde ihre Wahrnehmung immer prägnanter ... Entsprechend hängt kein Gramm Fett an diesem asketischen Textkörper.«

Ijoma Mangold, Die Zeit

»Eine Fülle sinnlicher Einzelheiten ... sorgt für einen einmaligen Ton, der das pralle Leben auf jeder Seite mit dem Tod verknüpft ... «

Rainer Moritz, MDR

»Nicht die Schönheit der Natur. Es ist die Schönheit des Unscheinbaren, manchmal auch Hässlichen, dem Esther Kinsky ihre eigene Ästhetik entlockt. Ein Naturewriting der Heimatlosigkeit. Zu allem hält die Erzählerin Distanz und bezaubert zugleich in ihren Bildbeschreibungen den Leser.«

Terrance Albrecht, WDR

»Kinskys Sprache ist immer auch ein phonetisches Wunder. Kinsky reiht schnalzende Konsonanten und atmende Vokale aneinander, ihre Sätze haben einen Sound, man kann sich ihm ergeben. Kinsky ist im Grunde Musikerin, statt Noten benutzt sie Buchstaben.«

Philipp Holstein, Rheinische Post

»In rhythmischer Sprache gehalten, sparsam mit bildlichen Vergleichen bestückt und makellos komponiert, ist Hain ein bedrückender Trauergesang und ein in gedämpften Farben gehaltenes Stillleben zugleich.«

Maike Albath, Deutschlandfunk Kultur

»In der Schrift erscheint das Unscheinbare und erwacht zum Leben; das Unansehnliche gewinnt Prägnanz und Ansehnlichkeit und wird mit Sinn geadelt. In Esther Kinskys meisterlichen Texten entsteht ein anderes Italien ... «

Sigrid Löffler, SWR 2

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Kommentare

»So fremdschön habe ich das Po- Delta noch nie wahrgenommen wie Esther Kinsky es hier in Worten übersetzt hat. In Ferrara und Comacchio warten jetzt viele auf die italienische Edition.«
Carl Wilhelm Macke (München/ Ferrara)
Carl Wilhelm Macke, 04.04.2018

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