Georges Hyvernaud
Haut und Knochen - Roman

Aus dem Französischen von Julia Schoch
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CH: 18,90 sFr

Erschienen: 20.09.2010
Bibliothek Suhrkamp 1456, Gebunden, 112 Seiten
ISBN: 978-3-518-22456-4

Inhalt

»Statt der realistischen Erzählung eines Kriegsgefangenen ein sich an Episoden entlanghangelndes Nachdenken über das Leben als besiegter, gedemütigter Mensch.«, schreibt Julia Schoch, die für die Übersetzung von Haut und Knochen den André-Gide-Preis für deutsch-französische Literaturübersetzungen 2010 erhielt.
Während Hyvernauds Roman Der Viehwaggon (1953) vor allem das Nachkriegs-Paris und das absurde Soldatenleben schildert, wird in Haut und Knochen (1949) unmittelbar vom Leben in deutscher Kriegsgefangenschaft und von der Heimkehr erzählt. Einer kommt aus dem Lager nach Hause. Er trifft auf Verwandte, ehemalige Kollegen, die Ehefrau – und ist sprachlos: Wie läßt sich in ihrer ignorant harmlosen Welt weiterleben?
Fast grenzt Haut und Knochen an eine Beweisführung: Warum der Ich-Erzähler an kein heiles Menschenbild mehr glauben kann. Doch dem Autor gelingt etwas Unwahrscheinliches: Schlimmste existentielle Erfahrungen verwandelt er in Scharfsinn, Poesie und Sprachwitz, die Grausamkeiten fängt er durch Wortturbulenzen auf, sodaß sie nicht nur empörend oder schlimm, sondern auf schreckliche Weise auch amüsant erscheinen.
Georges Hyvernaud hat Haut und Knochen, eine der seltenen literarisch verdichteten Erzählungen über Kriegsgefangenschaft, vor dem Viehwaggon verfaßt. Motive, Namen, Interieurs verklammern die beiden Romane. Zusammen bilden sie das Panorama einer Nachkriegspsyche.

Im Original erschienen unter dem Titel La peau et les os (Le Diletattante).

Pressestimmen

»Der Bachmannpreisträgerin Julia Schoch … gebührt nicht nur das Verdienst, Hyvernaud für die Bibliothek Suhrkamp entdeckt zu haben, sondern ihn auch in einem schlackenlosen, zeitgenössischen Deutsch zu präsentieren, das dem Erzähler eine manchmal schnoddrige, manchmal sarkastische, immer aber kreatürlich-glaubhafte Stimme verleiht.«
Jan Röhnert, Frankfurter Allgemeine Zeitung
»Der Schriftstellerin Julia Schoch kommt das große Verdienst zu, Hyvernaud dem deutschsprachigen Leser zugänglich gemacht zu haben: in meisterlicher, mit dem André-Gide-Preis ausgezeichneter Übertragung.«
Ilma Rakusa, DIE ZEIT
»Zwei Dinge sind es vor allem, die den Roman Haut und Knochen auszeichnen. Das ist zum einen die Verwandlung peinigender Erlebnisse in Poesie – in eine nichts beschönigende, nüchterne Poesie. Das andere Charakteristikum des Romans sind die Reflexionen zu existentiellen Fragen wie: Was ist Zeit, was Freiheit, Identität, Armut, was ist Geschichte?«
Renate Wiggershaus, Frankfurter Rundschau

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