Sigrid Damm
Im Kreis treibt die Zeit

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CH: 31,50 sFr

Erschienen: 12.03.2018
Gebunden, 278 Seiten
ISBN: 978-3-458-17737-1
Auch als eBook erhältlich

Inhalt

Sigrid Damms neues Buch ist eine nachgetragene Liebe an ihren Vater. Ihr ganzes Leben lag sie mit ihm in Widerstreit, lehnte ihn ab. Erst kurz vor seinem Tod kam es zu einer zaghaften Annäherung. Über zwanzig Jahre später beginnt sie, dem Lebensweg ihres Vaters nachzuspüren.

Papiere und alte Fotos, die viele Jahre im Keller lagerten, werden befragt; parallel dazu die historischen Einschnitte, die sein Leben bestimmten, geschildert. 1903 in Gotha geboren, 1993 dort gestorben, wurde er Zeuge von Kaiserreich, Weimarer Republik, Naziherrschaft, DDR-Regime und Bundesrepublik.

Erzählt wird von der Kindheit des Vaters im bürgerlichen Jugendstilhaus, in dem auch Sigrid Damm aufwuchs. Vom Ende des Ersten Weltkrieges und dem Eintritt des Fünfzehnjährigen als Lehrling in ein jüdisches Bankhaus, von seinem beruflichen Aufstieg dort. Eine Maßregelung wegen der Nähe zu seinen Vorgesetzten verstört ihn zutiefst und prägt ihn für sein weiteres Leben. Im Frühjahr 1945 folgt die Einberufung, dann britische Gefangenschaft, erst 1948 kehrt der Vater zur Familie in die sowjetische Zone zurück. Lebenslang sein Bedauern, nicht im Westen geblieben zu sein.

Sigrid Damms vorsichtige, beharrliche Spurensuche gibt Antworten auf Fragen, die sie dem Vater nie gestellt hat.

Aus dem Buch

»Es war ein glücklicher Moment, in dem wir stumm nebeneinander saßen, lange schwiegen und ich schließlich meinen Vater wortlos und schüchtern umarmte.«

»Der Weg vom Friedenstein zum Schloßparkhotel hinunter. Das knirschende Geräusch des froststarren Schnees unter unseren Füßen ... Die Silhouette des Naturkundemuseums zeichnet sich am Nachthimmel ab. Ich höre, wie meine Söhne, die vor uns hergehen, davon sprechen, wie sehr sie die Besuche mit dem Großvater in diesem Museum geliebt haben ...«

Pressestimmen

»Wärme spricht aus diesem Buch. Es macht etwas mit seinen Lesern, es bringt den eigenen festen Platz ins Wanken.«

Cornelia Geißler, Frankfurter Rundschau

»Die Autorin entfaltet ein historisches Panorama mit Jahreszahlen, Fakten und Porträts, in das hinein sie ihre Eltern projiziert.«

Tomas Gärtner, Dresdner Neueste Nachrichten

»Und es ist noch viel mehr als [eine nachdenkliche Beschäftigung mit den eigenen Wurzeln]: Im Kreis treibt die Zeit erzählt auch die Geschichte des 20. Jahrhunderts exemplarisch, über Anpassung und Auflehnung in der Diktatur der Nazizeit, über Krieg, Angst und Orientierungslosigkeit und das Leben in der DDR und im wiedervereinten Deutschland.«

Andreas Heimann, Mannheimer Morgen

»[Ihrer Heimatstadt Gotha] hat [Sigrid Damm] mit diesem Buch auch ein Denkmal gesetzt. Ein lesenswertes Buch.«

Torsten Unger, MDR

»In ihrem Buch Im Kreis treibt die Zeit begibt sich Sigrid Damm jetzt auf Spurensuche und wandert mit dem Vater durch die Geschichte ihrer Heimatstadt Gotha. ... mit derselben Gründlichkeit, mit der sie ihre zauberhaften Bücher über Goethe und die Weimarer Klassik geschrieben hat.«

Welf Grombacher, Freie Presse

»Ein berührendes Erinnerungsbuch, das den Bogen von der Weimarer Republik bis ins wieder vereinigte Deutschland schlägt, klar, klug und sprachlich formvollendet.«

sus, Aachener Zeitung

»... So klug und sensibel wie Damm hier beschreibt, wird die Lektüre zu einer Erfahrung, die zugleich bestürzt und berührt.«

Bettina Baltschev, MDR

»Sigrid Damm ist eine unserer großen Erzählerinnen.«

Arno Widmann

Veranstaltungen

Kommentare

»Man braucht mehr Mut um seine Meinung zu ändern als auf seinem Sandpunkt zu verharren. Mich hat diese wenn auch zaghafte Versöhnung mit dem Vater sehr berührt.«
Wolfgang Dorn, 11.07.2018

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