Josef Winkler
Laß dich heimgeigen, Vater, oder Den Tod ins Herz mir schreibe

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Erschienen: 12.03.2018
Gebunden, 200 Seiten
ISBN: 978-3-518-42796-5
Auch als eBook erhältlich

 

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Inhalt

Erst vor wenigen Jahren hat Josef Winkler erfahren, dass sein Kärntner Landsmann Odilo Globocnik, der sich als Leiter der »Aktion Reinhardt« mit den Worten »Zwei Millionen ham‘ ma erledigt« des Massenmords an den Juden gerühmt hatte, nach seinem Zyankali-Freitod im Mai 1945 auf einem Gemeinschaftsfeld von Winklers Heimatdorf Kamering verscharrt wurde, in den »Sautratten« – dort, wo Winklers Vater und Großvater ihr Getreide anbauten und ernteten.

In einem bösen Wortmarathon exhumiert der Autor das Skelett des SS-Massenmörders – und mit dem Skelett die Geschichte Kamerings nach dem Krieg. Ausgrabung und die neuerliche Visitation des vielleicht meistbeschriebenen Dorfs der deutschsprachigen Gegenwartsliteratur ergeben: Der Boden, auf dem Kamering steht, ist vergiftet. Laß dich heimgeigen legt den Finger in die Wunde eines Jahrzehnte währenden kollektiven Verschweigens.

Aus dem Buch

»Das ins Riesenhafte gewachsene Skelett des Naziverbrechers Odilo Globocnik greift in meinem neuen Roman ›Laß dich heimgeigen, Vater, oder Den Tod ins Herz mir schreibe‹ mit seinen im ganzen Drautal auf den Feldern verteilten Gliedmaßen nach den Lebenden und Toten und baut auf den Sautratten über diesen seinen vermaledeiten Knochen die ›Behausung‹ meines Dorfes und Elternhauses neu auf.«

Pressestimmen

»Da ist es doch erstaunlich, dass beim Lesen von Lass dich heimgeigen, Vater nicht Übersättigung eintritt, sondern Bereicherung allenthalben. Die zeit- und lokalgeschichtliche Grundierung bringt eine neue Farbe in Winklers Werk; sein neues Buch wiederum bringt eine neue Farbe in die literarische Bewältigung von Blut und Boden.«

Daniela Strigl, Frankfurter Allgemeine Zeitung

»Mit seinem fulminanten Sprachfuror befreit sich Josef Winkler in seinem neuen Roman von einer traumatisierenden Erinnerung.«

Gerhard Melzer, Neue Zürcher Zeitung

»Der Nährboden dieses in seiner Obsession und seiner Sprachgewalt mitreißenden Buches ist im buchstäblichen Sinne der Kärntner Massenmörder Odilo Glabocnik ... Und dass die Generationen, die davon wussten, einen Mantel des Schweigens über die Verbrechen des Krieges gebreitet haben ... Die Art und Weise wie Josef Winkler diesen Stoff sprachlich zu fassen bekommt, ist getragen von einem unverwechselbaren Furor und, nicht zu übersehen, von großem Schmerz.«

Christoph Schröder, Der Tagesspiegel

»[In Lass dich heimgehen Vater oder Den Tod ins Herz mir schreibe] widmet sich Josef Winkler der NS-Zeit und seinem Heimatdorf Kamering im Drautal. ... Entstanden ist dabei ein intensives Buch über die jüngste Vergangenheit und ihre Verdrängung.«

ORF

»Es ist eine schwingende, einem Singsang ähnelnde Sprache, die in manchmal endlosen Satzkaskaden geradezu beschwörend das Thema umkreist und hervortreibt. ... Was Winkler und sein Schreiben kennzeichnet, das ist eine gerade zu verstörende Hartnäckigkeit, den Dingen, die ihn umtreiben, auf den Grund zu gehen und sie sprachlich immer weiter zu bearbeiten.«

Angela Gutzeit, Deutschlandfunk Kultur

» ... ein schmerzhaftes Lektüreerlebnis von betörender sprachlicher Schönheit.«

Günter Kaindlstorfer, WDR 5

»Der Georg-Büchner-Preisträger ... thematisiert nebenbei den Verlust der Sprache und ihr Wiederfinden, und auch dieses Buch ist ein Gang durch sein bisheriges Werk, greift Motive und Bilder auf und baut sie neu zusammen. Das gespenstisch anwesend-abwesende Skelett im Feld setzt sie in ein neues Licht.«

Brigitte Schwens-Harrant, Die Furche

»Ein Buch, das in großer Sprachkraft Verrat und Lüge aus dem Herz der Vätergeneration reißt und das blutgetränkte Tischtuch des Schweigens zerfetzt.«

Walter Pobaschnig, literaturoutdoors.wordpress.com 03/2018

Kommentare

Die Rückseite des Einbandes zu diesem Buch ist mehr als irreführend.
Man würde meinen, dass in diesem Buch etwas zu Globotschnig geschrieben wäre. Man muss sich durch 196 Seiten quälen um mit dem Mann mitzuleiden, der von seinem Vater geknechtet wurde.
Was ha das mit Odilo zu tun.
Man muss auf jeder dritten Seite daran erinnert werden, dass Globotschnig auf der Sautratten unter der Erde liegt.
99 Seiten muss man sich diagonal erlesen um endlich zu ein bissl Information zu Odilo und seinen Schergen zu kommen. Auch alles gar keine Neuigkeiten, auch nicht, dass sein Freund Lerch ein Kaffeehaus hatte, das dann zu einem Wienerwald wurde am Heuplatz, und der Sänger, er war ja gar kein Jazzsänger, sondern es war Udo Bockelmann, besser bekannt als Udo Jürgens, der da seine ersten Schritte zu einer grossen Karriere machte.
Und das Buch is anstengend, und so repetitiv, es kling ein bissl so, als ob der Schriftsteller grad schlecht vom Holzfällen, geträumt hätte. Aber anstatt wie Thomas Bernhard in einem Ohrensessel zu sitzen und über die Gesellschaft zu schimpfen, gerade die Gesellschaft, die ihm sein Leben ermögliche, diesem Nestbeschmutzer, ist Herr Winkler am Land und lässt auch an fas niemandem ein gutes Haar.

Liebe Verleger, vielleicht könntet Ihr, um dem Interessierten Bücherkäufer nix vorzugaukeln, die Kurze Synopsis auf der Rückseite des Schutzumschlages so schreiben, dass es in diesem Buch um die Verarbeitung von Winklers Leben geht, und nicht um einen Mann der 2 Millionen Menschen erleidig hat.
Die Greultaten um diesen Mann sind mehr als verwerflich, haben aber mit dem Buch eigentlich nix zu tun, oder?
Alexander Urban, 04.04.2018

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