Peter Handke
Mein Tag im anderen Land - Eine Dämonengeschichte

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Erschienen: 29.03.2021
Bibliothek Suhrkamp 1524, Gebunden, 93 Seiten
ISBN: 978-3-518-22524-0
Auch als eBook erhältlich

Inhalt

In der Gegend gilt er als Besessener, »besessen nicht allein von einem, sondern von mehreren, vielen, gar unzähligen Dämonen«. Tags geht er, der eigentlich Obstgärtner ist, durch den Ort. Leise redet er in Zungen in einer nichtexistierenden Sprache, erschreckt die Dorfbewohner mit Beschimpfungen und Schmähreden, mit Orakelsprüchen. Nur die Schwester hält zu ihm, die Eltern leben schon lang nicht mehr. Sie beobachtet, wie er anderen Lebewesen, Tieren zuspricht, und will nicht wahrhaben, dass er wie aus der Kehle eines Engels singt. Sie folgt ihm, auch an den See »mit dem anderen Land an dem Ufer gegenüber« – dort blickt ihn ein Mann an, wie er »noch keinmal von einem Menschen angeblickt worden war«, und da fahren die Dämonen aus ihm heraus. So macht er sich, »nach einem freilich langgezogenen Abschied, auf den Weg hinüber ins andere Land«.
Peter Handke erzählt von Dämonen, die ihren Schrecken verlieren im Blick desjenigen, der sagt: »Da bist du mir ja wieder, mein Freund!« Im Moment, in dem der Besessene so ist, wie er da war. Er erzählt von einer poetischen Verwandlung, einer Befreiung, die neben den Harmonien das »unausrottbar Widerständige« bewahrt; denn: »Ohne es wird nichts. Ohne es nichts als Dasein, Dortsein, und ewig unbeseeltes Sein.«

Pressestimmen

»Mein Tag im anderen Land ist unendlich komisch in seiner Umkehrung der Verhältnisse und der Selbstironisierung der Figur des Dichters.«
Paul Jandl, Neue Zürcher Zeitung
»Der Reichtum der Dämonengeschichte besteht in der Kunstfertigkeit, mit der diese Fragen gestellt und offengelassen werden, bis über das Ende hinaus.«
Tilman Spreckelsen, Frankfurter Allgemeine Zeitung
»[Es gibt viele] Beobachtungen, die imponierend für Handkes Beschreibungskunst stehen.«
Cornelia Geissler, Berliner Zeitung
»Ein Zeugnis frischer Daseinsfreude seines Autors ist Handkes Mein Tag im anderen Land allemal. Und vielleicht auch das Zeugnis einer Befreiung.«
Mladen Gladic, Die literarische Welt
»Hohe Literatur. Unkonventionell, kauzig, fesselnd.«
Roland Gutsch, Nordkurier
»Wie schon das schwedische [Nobelpreis-]Komitee konstatierte, ist sein Werk einflussreich und untersucht mit sprachlicher Genialität die Peripherie sowie die Spezifizität der menschlichen Erfahrung. Eigentlich bringt diese Begründung auch das neueste Bändchen auf den Punkt.«
Janko Ferk, Literaturhaus Wien
»Märchenhaft glücklich, erfrischt, am Ende gar verheiratet – schöner kann es nicht ausgehen mit einem Helden. Und doch bleibt dieser Text, und das ist so gewollt, opak, am Ende nicht vollständig zu entschlüsseln. Zweimal lesen, mindestens, ist Pflicht.«
Martin Krumbholz, WDR Buchkritik
»Die Geburt eines Dichters aus dem Geist der Besessenheit ...«
Frank Hertweck, SWR
»Die Erzählung entwickelt einen Sog, das scheinbar Verschrobene ... wird fast physisch und man kann sich gar nicht genug sattlesen daran.«
Lothar Struck, Glanz & Elend

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