Jehuda Amichai
Offen Verschlossen Offen - Gedichte

Aus dem Hebräischen übersetzt von Anne Birkenhauer Mit einem Nachwort von Ariel Hirschfeld
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CH: 35,50 sFr

Erschienen: 15.06.2020
Gebunden, 155 Seiten
ISBN: 978-3-633-54297-0
Auch als eBook erhältlich

Inhalt

Jehuda Amichai gilt als die poetische Stimme Israels. 1924 in Würzburg in eine fromme jüdische Familie hineingeboren, floh er 1935 ins damalige Palästina. Die Familie ließ sich in Jerusalem nieder. Der Lebensweg von Jehuda Amichai bildet die Grundmotive seines Werkes: der Dialog mit der jüdischen Tradition, die traumatische Erfahrung des Nationalsozialismus, seine doppelte Identität als Jude und Deutscher, sein Leben zwischen dem Deutschen und Hebräischen, die Stadt Jerusalem wie die Geschichte und Gegenwart Israels. Seine Gedichte wie Erzählungen sind von unmittelbarer Anschauung geprägt und von nachhaltiger Reflexion, den gegenwärtigen Momenten, in die die Vergangenheit einbricht: »Als ich ein Kind war«, heißt es im ersten Gedicht, »standen Gräser und Masten an der Küste / und wenn ich dort lag, / unterschied ich zwischen ihnen nicht / denn alle fuhren sie hinauf in den Himmel über mir. / Bei mir waren nur die Worte meiner Mutter / wie eine Scheibe Brot in raschelndem Papier / und ich wusste nicht, wann mein Vater zurückkommt / denn jenseits der Lichtung lag noch ein Wald«.

Jehuda Amichai, dessen Bücher in über vierzig Sprachen der Welt übersetzt und die oft vertont wurden, starb im September 2000 in Jerusalem. Nach dem 1998 im Suhrkamp Verlag erschienenen Band Zeit stellt Offen, verschlossen, offen erstmals das Gesamtwerk des Dichters in einer Auswahl auf Hebräisch und Deutsch vor.

Pressestimmen

»Der schöne Band präsentiert eine gut getroffene Auswahl aus Amichais Werk, und Anne Birkenhauer ... hat sie wundervoll übersetzt. Ariel Hirschfeld ... rundet den Band mit einem informativen und einfühlsamen Nachwort ab.«

Jakob Hessing, Frankfurter Allgemeine Zeitung

»Amichais Gedichte lassen sich im Hinblick auf ihren Inhalt und ihre Wirkung mit denjenigen von Nelly Sachs oder auch Paul Celan, den er ins Hebräische übersetzte, vergleichen. Selbst wenn dem existentiellen Ernst, der aus seinen Texten spricht, eine Ironie beigemischt ist, die sie menschlich und nahbar machen - von ihrer Aktualität respektive Zeitlosigkeit gar nicht zu reden ...«

Tobias Schwartz, Der Tagesspiegel

»Jehuda Amichai ist einer der ganz großen Lyriker Israels.«

Carsten Hueck, Deutschlandfunk Kultur

»Amichai stand zum Zweifel wie zur Suche. Auch darin bleibt er eine der ganz großen Gestalten der deusch-jüdischen Kultur des 20. Jahrhunderts.«

Christoph Strack, Ökumenische Information 38/2020

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