Daniel Galera
So enden wir - Roman

Aus dem brasilianischen Portugiesisch von Nicolai von Schweder-Schreiner
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CH: 31,50 sFr

Erschienen: 12.03.2018
Gebunden, 231 Seiten
ISBN: 978-3-518-42801-6
Auch als eBook erhältlich

Inhalt

Sie waren unsterblich – damals, Ende der Neunziger, wütend und voller Aufbruch, drei Jungs und eine Frau, Protagonisten der neuen Gegenkultur aus späten Punks, krassen Künstlern und digitalen Bohemiens. Allen voran Duke, riesiges Schriftstellertalent, genialisch, unnahbar. Jetzt ist Duke tot, zufälliges Opfer eines Raubüberfalls, es ist das Jahr 2014 und Porto Alegre wie paralysiert von der sengenden Hitze und dem Streik.

Am Grab ihres alten Mitstreiters kommen Aurora, Antero und Emiliano zusammen, nach einer gefühlten Ewigkeit wie Fremde. Unweigerlicher Blick zurück: Wie war das früher, und was ist aus ihnen geworden, aus den Idealen, Lebensplänen, Hoffnungen? Und: Wer war dieser Duke wirklich? War er ihr Freund? Oder hat er sie nicht doch bloß für seine Zwecke benutzt? Die immer skurrilere Suche nach einer Antwort führt die drei zu einer Hinterlassenschaft, die so berührend wie erschütternd ist.

Was gibt dem Leben Halt, wenn das Wünschen nicht mehr hilft? Daniel Galera hat einen virtuos agilen, unerschrockenen Generationen- und Gegenwartsroman geschrieben. Über Auf- und Abbrüche, über Ankünfte und Verlorenheiten und über das ungelöste – vielleicht unlösbare? – Geheimnis menschlicher Nähe.

Im Original erschienen unter dem Titel Meia noite e vinte (Companhia das letras).

Aus dem Buch

»Ich fürchte, ich gehöre allmählich zu den Leuten, die an das Ende der Welt glauben.«

Pressestimmen

»Galera führt das Denken einer stets getriebenen und dabei um ihre Visionen betrogenen Jugend vor, die 15 Jahre später innehält und plötzlich realisiert, dass sie ihr Leben vergeudet hat. Was liegt noch vor ihnen, abgesehen von Verdammnis?«

Sarah Murrenhoff, Der Tagesspiegel

»Meisterhaft gestaltet [Galera] Ambivalenzen, die jener Fixierung von Eindeutigkeit widersprechen, wie sie doch Ziel der hochtechnisierten Moderne ist.«

Eberhard Geisler, Frankfurter Rundschau

»Ist die Vorstellung, jeder Einzelne sei so einmalig wie die Struktur einer Schneeflocke, nur eine narzisstische Verblendung? ... Galera macht diese [Art] Fragen zum Prüfstein seines Erzählens ... Darin liegt seine seismographische Qualität.«

Christian Metz, Frankfurter Allgemeine Zeitung

»Daniel Galera zeigt, dass die brasilianische Literatur lebt.«

Martina Farmbauer, Wiener Zeitung

»Daniel Galera entwirft mit So enden wir ein Prisma der Gegenwart, in der die Heilsversprechen des digitalen Zeitalters ins Leere gehen. Damit legt er einen radikal zeitgenössischen Roman mit Identifikationspotenzial vor.«

Dennis Pohl, Spiegel Online

»In So enden wir entwirft Galera ein kontrastreiches, widersprüchliches Szenario menschlicher Erfahrungen und Empfindungen vor dem brasilianischen Hintergrund wirtschaftlicher Krisen, sprübarem Klimawandel und politischer Instabilität.«

Eva-Christina Meier, taz. die tageszeitung

»Galera, dessen Krisenerzählung so komplex wie plakativ ist, entwickelt einen fatalistischen Blick.«

Christian Buß, Literatur Spiegel April 2018

»Ein radikal zeitgenössiches Buch, meisterhaft erzählt.«

Folha de S. Paulo

»Es ist unmöglich, sich nicht mit diesem Buch zu identifizieren.«

O Globo

»Galera zieht seine Leser in die Tiefen der menschlichen Seele – ein Jonathan Franzen Brasiliens.«

Le Monde

»Man kann kaum glauben, dass ein so junger Autor sein Handwerk so meisterhaft beherrscht. Galera wird von der Kritik mit den ganz Großen der Literatur verglichen. Mit Ernest Hemingway zum Beispiel oder mit Cormac McCarthy. Und man muss sagen: zu Recht.«

ORF

»In dem Roman So enden wir hat Daniel Galera die Momentaufnahmen der Krise hervorragend montiert, dicht am Zeitgeschehen, zwischen realen und virtuellen Welten angesiedelt, so dass man nie genau weiß, ob sich die Katastrophe nur im Kopf abspielt oder bereits Realität ist. Und genau das macht den Reiz dieses Romans aus. «

Deutschlandfunk

»Man könnte nicht besser erzählen, wie sich die hoffnungsfrohe und idealistische Generation von einst in Anpassung und Depression wiederfindet ... Galeras Buch ist ein Stimmungsgemälde dieser Generation.«

Heike Kunert, Lesart 1/2018

»Daniel Galera rollt ein faszinierendes Panorama der brasilianischen Zeitgeschichte auf.«

Florian Schmid, Landshuter Zeitung

Kommentare

»Die sprachliche Verve, mit welcher das Buch seine Leser gleich im ersten Kapitel ins aufgeheizte Porto Alegre von 2014 zieht, stimmt hervorragend auf eine Geschichte ein.«
Tobias Wrany, Buchhandlung Jost, Bonn, 10.03.2018

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