Der Historismus zieht neue Aufmerksamkeit auf sich. Die aktuelle Orientierungskrise des historischen Denkens nötigt zu einer Revision der bisherigen Einschätzung der historischen Denktradition. Jörn Rüsen stellt sich diesem Erfordernis und präsentiert den Historismus in einer theoretisch reflektierten Weise nicht nur als Paradigma des historischen Denkens und der Geschichtswissenschaft im 19. Jahrhundert, sondern geht auch seinen Wirkungen im 20. Jahrhundert nach. Der Historismus wird...
Der Historismus zieht neue Aufmerksamkeit auf sich. Die aktuelle Orientierungskrise des historischen Denkens nötigt zu einer Revision der bisherigen Einschätzung der historischen Denktradition. Jörn Rüsen stellt sich diesem Erfordernis und präsentiert den Historismus in einer theoretisch reflektierten Weise nicht nur als Paradigma des historischen Denkens und der Geschichtswissenschaft im 19. Jahrhundert, sondern geht auch seinen Wirkungen im 20. Jahrhundert nach. Der Historismus wird nicht mehr als bloßer Gegensatz zur Aufklärung begriffen, sondern als Weiterentwicklung grundlegender Ansätze der Spätaufklärung verständlich gemacht.
Das Buch vereinigt Strukturanalysen und konkrete Fallstudien. Es behandelt die theoretischen und methodischen Grundlagen der Geschichtswissenschaft des 19. Jahrhunderts; ihre politische Funktion, aber auch Fragen der Ästhetik, der historischen Darstellung. Es geht auf Klassiker wie Ranke, Droysen und Burckhardt ein, analysiert aber auch Außenseiter wie Gervinus und Epigonen wie Meinecke und Schieder. Die Einzelanalysen werden durch Untersuchungen übergreifender Entwicklungslinien und struktureller Determinanten des historischen Denkens in einen historischen und systematischen Zusammenhang gebracht.
Suhrkamp Verlag GmbH
Torstraße 44
10119 Berlin
info@suhrkamp.de
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