Marcel Beyer
Dämonenräumdienst - Gedichte

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Erschienen: 17.08.2020
Leinen, 173 Seiten
ISBN: 978-3-518-42945-7
Auch als eBook erhältlich

SWR-Bestenliste

Inhalt

Auf der Saftbühne wird etwas aufgeführt. Hildegard Knef steigt ins Auto. Rudolph Moshammer trägt seinen Yorkshire Terrier durch München. S. T. Coleridge macht einen Witz über Köln. Kunstwerke verschwinden. Etwas rüttelt am Fenster. Morgens, mittags, nachts. Der Amselpapst. Die Leute fangen an, Sachen zu reden. Am Wertstoffhof läuft Musik. Elvis fegt noch einmal die Einfahrt. Ich lese nur noch Pferdekrimis und suche die Sprache im grauen Bereich. Das Schlaflabor am Potsdamer Platz. Weißdorn, Majoran, Ginster...

Unerhörtes trägt sich zu in den lange erwarteten neuen Gedichten von Marcel Beyer. In jedem einzelnen der exakt vierzig Verszeilen langen Poeme nimmt sich eine andere Figur jede Freiheit, die die strenge Begrenzung ihr lässt, erzählt Geschichten, paraphrasiert Übersetzungen, stellt Reihungen an - kurz: Sie treiben es bunt, manchmal auch wild, so dass am Ende gesagt werden muss: Es wird ernst! Es wird Zeit, den Dämonenräumdienst zu rufen.

Aus dem Buch

Laß deine mürben Knochen. Verharre. Der
Sohn ist der Vater, der Vater
ein Geist. Koste nicht von der Esche,
der Eiche, der Eibe, aber sag mir,

was Buchstaben sind. Löse dich von
deinen Vorlagen. Sprich schneller.
Niemand hier muß verstehen,
was du sagst. Wer würde dir denn eine

Knarre besorgen. Frag nicht, ob du
willkommen bist. Was in dir
singt, geht keinen Menschen etwas an.
Die Buchstaben glotzen. Bleibe.

Pressestimmen

»Marcel Beyer gelingen ... federleichte Formulierungen ...«

Carsten Otte, taz. die tageszeitung

»... abgründig, gewitzt und unterhaltsam. Um bei den Dämonen zu bleiben: unheimlich gut.«

Martin Oehlen, Frankfurter Rundschau

»... ein Meisterstück aus Autorpoetik, Hochkomik und Gesellschaftsanalyse.«

Helmut Böttiger, Süddeutsche Zeitung

»... eine Dichte, die in den übervölkerten Breiten der zeitgenössischen Lyrik nur die Wenigsten herzustellen vermögen.«

Gregor Dotzauer, Der Tagesspiegel

»Das Gegenteil von Lyrik-Langeweile, weil Beyer ... seine Zunge mit Brandbeschleuniger feucht hält. Wörter haben Schrammen, loten bisweilen lieber ihre klanglichen Möglichkeiten aus, als sich nach der Gebrauchsanleitung zu richten.«

Roland Gutsch, Nordkurier
»Es ist ... der freie Fluss der Formen, der den Reiz ausmacht ...«
Andreas Platthaus, Frankfurter Allgemeine Zeitung

»Beyer gelingt es, den fratzenreißenden Sprachdämonen die Stirn zu bieten. ... Diese Gedichte zu lesen, bereitet große Freude, denn Beyer ist ein ausgewiesener Spötter, der dem Schrecken im Verlachen begegnet.«

Michael Opitz, Deutschlandfunk

»... ein Ereignis in der deutschen Literaturlandschaft.«

Jörg Schieke, MDR

»Sie sind klar in der Bildsprache, in der Form sowieso, und so verlässlich voller Überraschungen, so assoziations- und ideenreich, dass ihre Lektüre eine große Freude ist und eine inspirierende Aufforderung, das Gewohnte einmal ganz anders zu betrachten.«

Ulrich Kühn, NDR

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