Monika Sznajderman
Die Pfefferfälscher - Geschichte einer Familie

Aus dem Polnischen von Martin Pollack
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CH: 38,50 sFr

Erschienen: 26.03.2018
Gebunden, 280 Seiten
ISBN: 978-3-633-54290-1
Auch als eBook erhältlich

Inhalt

Jahrzehntelang lebte Monika Sznajderman im Schatten des Schweigens. Ihr Vater hatte über seine Odyssee durch die Konzentrations- und Vernichtungslager, seine Flucht und die Rückkehr nach Warschau nie sprechen wollen. Bis die Fotos aus Übersee kamen: Absender waren Verwandte, von deren Existenz sie nichts gewusst hatte. Sie beginnt zu recherchieren. Wenige Dokumente im Stadtarchiv von Radom und der Bericht des einzigen Überlebenden, des Großonkels Eliasz Sznajderman, im Holocaust Museum in Washington – mehr Spuren hat die große Familie in Polen nicht hinterlassen.

Im Gegensatz zu ihnen, »gewöhnlichen Menschen ohne Geschichte«, sind die polnischen Vorfahren der Mutter Angehörige der Oberschicht, national und antisemitisch eingestellte Gutsbesitzer und Unternehmer, die nach den Regeln und Gesetzen ihrer Klasse leben. Monika Sznajderman ist in ihren Recherchen weit fortgeschritten, als sie entdecken muss, dass etwa zur selben Zeit, als ein bekannter Künstler ihre elegante polnische Großmutter auf einem Gemälde verewigte, zweihundertfünfzig Kilometer weiter östlich ihre jüdische Großmutter von Ukrainern erschlagen wurde.

Die Geschichte, die Monika Sznajderman aus Interviews, Briefen, Fotos und veröffentlichten Quellen rekonstruiert, spricht mit seltener Eindringlichkeit von der Tragik des jahrhundertelangen polnisch-jüdischen Zusammenlebens, die nicht nur ihre Familie, sondern die ganze Gesellschaft bis heute nicht loslässt.

Pressestimmen

»Es ist eine sehr persönliche, so spannende wie traurige Geschichte.«

Hans-Peter Kunisch, Süddeutsche Zeitung

»Es besteht kein Zweifel, dass die Autorin ... mit den einen mitleidet und sich für die anderen mitschuldig fühlt. Doch sie vergisst gleichzeitig nicht, dass zusammen mit der Welt ihrer jüdischen Vorfahren auch die ihrer polnischen Familie zerstört wurde ... Sie sei also ›Zeugin eines doppelten Weltendes‹ ... Auf eindringlichere Weise kann man die Tragik der polnisch-jüdischen Geschichte kaum zusammenfassen.«

Marta Kijowska, Frankfurter Allgemeine Zeitung

»[Monika Sznajdermans] aufklärerischer Arbeit, die weit über Familiengeschichtliches hinausgeht, gebührt größter Respekt – und dem Übersetzer Martin Pollack aufrichtiger Dank.«

Ilma Rakusa, Neue Zürcher Zeitung

»Ein ziemlich genialer Titel, eine akribische Recherche, eine stilistische Sicherheit, die das Erinnern und Gedenken in diesem konkreten Fall wahrhaftig zugänglich machen.«

Jüdische Allgemeine 3/19

»Ein ziemlich genialer Titel, eine akribische Recherche, eine stilistische Sicherheit, die das Erinnern und Gedenken in diesem konkreten Fall wahrhaftig zugänglich machen.«

Jüdische Allgemeine 3/19

»Die Fragen, die Sznajderman an ihre Angehörigen richtet, dürften ein Echo in vielen Familien finden, wenn die Nachkriegsgeneration Rechenschaft fordert.«

dpa, Frankfurter Neue Presse

»Monika Sznajderman irrte durch ein Labyrinth winziger Familien-Eckdaten und holte eine nicht mehr zurückzuholende Vergangenheit erinnernd für ihre Leserinnen und Leser in ihr bemerkenswertes Buch zurück.«

Nea Weissberg, AVIVA-Berlin

»›Die Pfefferfälscher‹ ... ist ein persönliches, zartes, mitunter fast intimes und trauriges Buch, gleichzeitig aber auch ein kraftvolles Plädoyer gegen die Geschichtsfälscher von heute.«

Max Bloch, Zeitschrift für Geschichtswissenschaft 10/2018

»Ein inhaltlich und stilistisch anspruchsvolles, eindringliches Zeitdokument.«

Monika Graf, Borromäusverein Bonn, Buchprofile/Medienprofile Jg. 63/2018 Heft 3

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