Jáchym Topol
Ein empfindsamer Mensch - Roman

Aus dem Tschechischen von Eva Profousová
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Erschienen: 11.03.2019
Gebunden, 494 Seiten
ISBN: 978-3-518-42864-1
Auch als eBook erhältlich

Inhalt

Eine tschechische Künstlerfamilie, eine Art Living Theatre, gastiert beim Shakespeare Festival in Großbritannien und wird von Brexit-Anhängern aus dem Land gejagt (LEAVE MEANS LEAVE! NO CZECH VERMIN!). Im Campingwagen reisen sie quer durch Europa, gegen den Strom der Flüchtlinge, Richtung Osten. Sie geraten ins russisch-ukrainische Kriegsgebiet, treffen Gérard Depardieu, klauen ihm seinen BMW und machen sich auf den Heimweg nach Böhmen. Ihre Odyssee führt durchs »Labyrinth der Welt« und ins »Lusthaus des Herzens«.

Als »politischer Gegenwartsroman« wurde Topols neuer Roman in Tschechien gefeiert. Er spielt 2015 und nimmt Motive aus seiner mitteleuropäischen 1989er-Road-Novel Die Schwester auf, mit der Topol als junger Dichter berühmt wurde. Damals reisten seine Helden durch eine Landschaft nach dem Ende des Ost-West-Konflikts, die ihnen die Lavabrocken der Vergangenheit vor die Füße schleuderte – alles war in Bewegung, die einst geschlossenen Gesellschaften brachen auf in eine ungewisse, aber lockende Freiheit.

Sprachgewaltig und karnevalesk ist auch Topols heutige Vermessung Europas. Ein Kontinent, der wieder Mauern hochzieht und sich in nationalistische Träumereien verkriecht, während die Suche nach dem Sinn menschlichen Daseins und der eigenen Identität immer weitergeht.

Pressestimmen

»Solange der Zustand Europas zu solchen Kunstwerken anregt, ist es nicht verloren.«

Jörg Plath, Neue Zürcher Zeitung

»Aus dem Wirbel der Ereignisse lässt Topol nacheinander seine wunderbar präzise gezeichneten Nebenfiguren auftauchen.«

Nadja Erb, Frankfurter Rundschau

»Jáchym Topol ist ein rasanter, schillernder Roman Roadmovie-Roman gelungen, der zudem auch noch brillant übersetzt wurde.«

Dennis Wagner, Kultur. 21, Deutsche Welle TV

»Dass es gute Gründe gibt, besorgt nach Mitteleuropa zu blicken, ist [Topols Roman] abzulesen. Um die zeitgenössische Literatur aus dieser Region aber muss man nicht bangen, solange sie so hellwach, reflektiert und stilbewusst erscheint wie hier.«

Tilman Spreckelsen, Frankfurter Allgemeine Zeitung

»Der Roman ist Satire, Delirium, Roadmovie, eine Archäologie der verwirrten Zeiten und doch menschenfreundlich bis in jede Zeile hinein.«

Thomas E. Schmidt, DIE ZEIT 12/2019

»Der mit Abstand interessanteste tschechische Autor dieser Jahre.«

Süddeutsche Zeitung

» … dass Jáchym Topol den Slang dieser Menschen derart fantastisch eingefangen hat, dass ihm bei allem Scheitern der Figuren nie der Witz und das Gefühl für sie ausgegangen ist, dass sein Blick für das Groteske dieses an Traurigem so reichen Lebens nie getrübt wurde – das ist der Gewinn.«

Sabine Dultz, Münchner Merkur

»Vermessung Europas, aberwitziger Roadtrip, sensible Familienchronik, Parodie auf Mauern im Kopf und zwischen Ländern.«

Kleine Zeitung Graz

»Jáchym Topols Roman – das ist ein fabulierfreudig und sprachmächtig inszeniertes Potpourri anekdotenhafter Episoden, die turbulent und unterhaltsam sind, ohne sich wirklich zu einer schlüssigen oder geradlinig erzählten ›Story‹ zusammenzuschließen. Es ist eine Hommage an die Literatur des Pikaresken.«

ORF Ö1, Ex libris

»Respekt gebührt der wendigen Übersetzerin dafür, dass sie diesen großen Lesespaß ins Deutsche übertragen hat.«

Franziska Reif, Kreuzer, Leipzig März 2019

Kommentare

» … dicht am Puls der Zeit und mit einem feinen Sensorium für die neuen Nationalismen in Europa.«
Dorothea Trottenberg, ekz.bibliotheksservice, 13.05.2019

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