Svenja Leiber
Staub - Roman

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Erschienen: 12.03.2018
Gebunden, 243 Seiten
ISBN: 978-3-518-42790-3
Auch als eBook erhältlich

Inhalt

Als Kind verbringt Jonas Blaum ein Jahr in Saudi-Arabien – der Vater, ein Mediziner, verfolgt in Riad seine eigenwilligen Vorstellungen von Heilung. Den Deutschen fällt es nicht leicht, sich den ungewohnten Landessitten anzupassen, und als eines Tages das jüngste Kind der Blaums spurlos verschwindet und wenig später verstört und sprachlos wiederauftaucht, kehrt die Familie überstürzt nach Deutschland zurück.

Im Sommer 2014 reist Jonas Blaum, mittlerweile selbst Arzt, suchtkrank und von Zweifeln geplagt, erneut in den Nahen Osten, diesmal nach Amman. Dort wird ihm ein Junge in die Obhut gegeben, der ihn an den größten Verlust seines Lebens erinnert. Blaum kann dem Kind nicht helfen, und als er den Jungen bei einem Aufenthalt in Jerusalem verliert, ergibt sich für den Arzt ein beängstigender Verdacht.

In bedrängenden Bildern erzählt Svenja Leiber von einer individuellen Katastrophe und der einer ganzen Region. Der Wettlauf um das Leben eines Kindes wird dabei zum Sinnbild für einen doppelten Kampf: gegen die Erstarrung des Einzelnen im Korsett gesellschaftlicher Zuschreibungen, gegen die Macht symbolischer Ordnungen und überalterter Systeme.

Pressestimmen

»Staub ist ein Roman, der zu den existentiellen Fragen, die er aufwirft, nicht immer schon Antworten mitliefert. Gerade deshalb lohnt sich die Lektüre.«

Holger Heimann, ORF Ö1 Ex Libris

»Svenja Leibers Roman ist ein großer Wirbelsturm, der durch die Wüste des dialektischen Denkens fegt.«

Katharina Teutsch, Frankfurter Allgemeine Zeitung

»Der Roman ist voll mit seltsamen Augenblicken und mit Arabesken des Menschlichen. Durch sie hindurch schimmern existenzielle Fragen und die erstaunliche Klugheit eines Romans, der seinen Anspruch nicht einem oberflächlichen Realismus opfern will.«

Paul Jandl, Neue Zürcher Zeitung

»Svenja Leibers Worte tragen einen durch ihre ganz eigene Melodie, in der Melancholie und Verletzlichkeit, aber auch feine Ironie und Humor mitschwingen. Sie berühren einen, ohne dass man immer genau erklären kann, warum.«

Annkathrin Bomholdt, NDR

»Svenja Leiber bringt präzise und zugleich erfrischend die Befindlichkeit unserer Zeit auf den Punkt.«

Annette König, SRF

»Vergangenheit und Gegenwart verschränken sich ungeheuer dicht in diesem Roman und Svenja Leiber eröffnet dem Leser durch die Wahrnehmungen und Erfahrungen ihres Protagonisten die Möglichkeit, starre Vorstellungen fahren zu lassen, scheinbar Gegensätzliches zu verschmelzen. Das macht ihr Buch literarisch, menschlich und politisch bedeutsam.«

Carsten Hueck, Deutschlandfunk Kultur

»Svenja Leiber schreibt mit einer literarischen Wucht, die sie dem Leser radikal zumutet. Von der ersten Seite an.«

Sylvie-Sophie Schindler, GALORE 28 (2018)

»Ganz gleich, ob Leibers Bücher in Norddeutschland oder im Nahen Osten spielen, was einen jedes Mal umhaut, sind ihre Sätze, die sich so lesen, als wären sie zum ersten Mal geschrieben worden.«

Dilek Güngör, Kulturaustausch 2/18

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Videobeiträge

Kommentare

»Das neue Buch von Svenja Leiber ist ungewöhnlich. Was bei ihren Büchern eigentlich immer zutrifft. Sie schreibt keinen Mainstream. Es kommt mir so vor, als schriebe sie aus einem inneren Raum heraus, der sehr meditativ ist, auch philosophisch.
›Staub‹ ist ein Roman, der die Frage erforscht, wer wir sind, ob wir jemals sind, wer wir sind und wie sehr wir uns selbst und andere durch unsere Konstruktionen und Bilder voneinander in Gefängnisse sperren. Das Verlorensein in der Festlegung und die Flucht daraus.
Paul Jandl nennt Svenja Leibers Bücher in der NZZ ›luzide literarische Psychologie‹. Für mich trifft er damit sehr genau, was sie mit all ihren Werken tut und was sie in der Landschaft der deutschen Literatur für mich einzigartig macht: sie erforscht die Situationen des Menschen, sein Geworfensein nicht mit dem Verstand, sondern mit einer traumwandlerischen Poetik. Es kommt einem beim Lesen manchmal so vor, als würde sie sich selbst werfen an der Stelle der Protagonisten, und dann in ihrem Inneren, nicht mit dem Verstand, horchen, was zutage tritt, sobald der Mensch verloren geht und sich in diesem Leben nicht mehr auskennt. Dieses Verlorensein kann viele verschiedene Gründe haben. Es ist nicht nur das existentielle sowieso Geworfensein, das Sartre meinte, sondern es wird hervorgerufen: durch z.B. politische Veränderungen, die jenseits der Kontrolle des Einzelnen liegen, durch die Feststellung, in einem Körper zu leben, in dem man nicht zuhause ist, durch Begegnungen mit völlig fremden Kulturen oder Religionen, um nur einige Beispiele zu nennen, die in diesem Buch relevant sind.
Womit sie auf grundlegende Fragen immer wieder eine Antwort sucht: Wer kennt sich schon aus in diesem Leben? Sind nicht alle Definitionen dessen, was ein Mensch ist und zu tun hat immer etwas selbstgerecht, vorschnell, Vermutungen, die dann in Stein gemeißelt werden, wenn der Vermutende mächtig ist und die, über welche er vermutet, schwach? (Womit das Buch sofort eine politische Dimension erhält: wer sind in dieser Welt die Mächtigen? Wer zwängt wem seine Definition von ihm als fremd, als feindlich, als anders auf?)
Svenja Leiber ist eine mutige Autorin, finde ich, die in Bereiche vordringt, wo das normale Erzählen von Geschichten aufhört. Ich mag ihre Bücher sehr!!«
Susanne Becker, 13.04.2018

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