Lutz Seiler
Stern 111 - Roman

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CH: 34,50 sFr

Erschienen: 02.03.2020
Gebunden, 528 Seiten
ISBN: 978-3-518-42925-9
Auch als eBook erhältlich

SPIEGEL-Bestseller
Bestseller in Focus, Stern und Börsenblatt
Platz 1 der SWR-Bestenliste

Inhalt

Zwei Tage nach dem Fall der Mauer verlassen Inge und Walter Bischoff ihr altes Leben – die Wohnung, den Garten, ihre Arbeit und das Land. Ihre Reise führt die beiden Fünfzigjährigen weit hinaus: Über Notaufnahmelager und Durchgangswohnheime folgen sie einem lange gehegten Traum, einem »Lebensgeheimnis«, von dem selbst ihr Sohn Carl nichts weiß. Carl wiederum, der den Auftrag verweigert, das elterliche Erbe zu übernehmen, flieht nach Berlin. Er lebt auf der Straße, bis er in den Kreis des »klugen Rudels« aufgenommen wird, einer Gruppe junger Frauen und Männer, die dunkle Geschäfte, einen Guerillakampf um leerstehende Häuser und die Kellerkneipe Assel betreibt. Im U-Boot der Assel schlingert Carl durch das archaische Chaos der Nachwendezeit, immer in der Hoffnung, Effi wiederzusehen, »die einzige Frau, in die er je verliebt gewesen war«.
Ein Panorama der ersten Nachwendejahre in Ost und West, ausgezeichnet mit dem Preis der Leipziger Buchmesse: Nach dem prämierten Bestseller Kruso führt Lutz Seiler die Geschichte in zwei großen Erzählbögen fort – in einem Roadtrip, der seine Bahn um den halben Erdball zieht, und in einem Berlin-Roman, der uns die ersten Tage einer neuen Welt vor Augen führt. Und ganz nebenbei wird die Geschichte einer Familie erzählt, die der Herbst 89 sprengt und die nun versuchen muss, neu zueinander zu finden.

Aus dem Buch

»Als er den Wagen startete, begann das Winken, seine Eltern winkten, und als er losfuhr, winkten sie noch immer, und auch im Rückspiegel sah Carl sie noch winken, und er winkte ebenfalls, seitlich zum Fenster hinaus, mit ausgestrecktem Arm, wobei sein Pullover nass wurde vom Regen. Winken, so lange, bis der andere verschwunden ist und am besten noch ein wenig darüber hinaus – so war es Tradition in ihrer Familie. Später, im Traum, sah Carl sie alle noch einmal dort stehen, winkend, seine Eltern an ihrem und er an seinem Platz, schon weit voneinander entfernt und jeder in seinem eigenen Leben. ›Unsere Eltern sollen es einmal besser haben.‹ Etwas stimmte nicht mit diesem Satz.«

»Er stand jetzt gut. Den Horizont vor Augen und ein feiner Sandschlamm zwischen den Zehen. Er summte leise in die Brandung, ›Love, love me do‹, er schwankte ganz leicht, im Takt der Gezeiten. War es nicht wunderbar, allein zu sein?«

Pressestimmen

»Stern 111 ist die atmosphärisch dichte Geschichte der unmittelbaren Nachwendezeit.«

Focus 13/2020

»Seiler erzählt in poetisch-präziser Sprache eine Freiheitsgeschichte.«

Xaver von Cranach, Der Spiegel

»Was in [Seilers] Brennglas erscheint, ist eine Nahbetrachtung eines historischen Moments, in dem das Andere als Möglichkeit zum Greifen nahe schien und dann doch zerfiel. Der Kraft, die diese Verheißung freizusetzen vermag, gibt der Roman eine unverwechselbare Stimme.«

Steffen Mau, der Freitag

»Lutz Seiler macht hier sichtbar, was jenseits der blickdichten Klischees vielleicht einmal möglich war. Und es wäre wohl noch heute möglich, wenn die Beseelung gesamtdeutsch nicht so gelitten hätte. Stern 111 ist ein Roman voll knallhart herzergreifender Psychologie, voll Szenen, in denen Menschen an einer Wirklichkeit rütteln, die sich gerade neue Gesetze gibt.«

Paul Jandl, Neue Zürcher Zeitung

»Lutz Seilers Roman Stern 111 erzählt grandios vom chaotischen Aufbruch in Ost-Berlin nach dem Ende der DDR.«

Cornelia Geißler, Frankfurter Rundschau

»Berührender als Lutz Seiler hat sehr lange niemand mehr von diesen nebligen, von anderen Dichtern zig mal in grellen Farben übertünchten Jahren erzählt.«

Anja Maier, taz. die tageszeitung

»Lutz Seiler erreicht hier das Niveau eines Thomas Pynchon. ... Das ist atmosphärenreiche, wirkliche Weltliteratur. Weltliteratur ist ja das, was mich die Welt mit anderen Augen wahrnehmen lässt, was mir ein Stück von der Welt zeigt, wie ich es bisher noch nicht gesehen habe. Und das kann Seiler in Stern 111

Denis Scheck, SWR Lesenswert

»Lutz Seiler ist nun schon zum zweiten Mal etwas sehr Außergewöhnliches gelungen: nämlich in einem im besten Sinne ›massentauglichen‹ Roman davon zu erzählen, wie man das poetische Dasein wirklich führt, eine so euphorische wie grausame Angelegenheit.«

Jan Wiele, Frankfurter Allgemeine Zeitung

»[Seiler legt] den Glutkern alles Politischen, dessen Doppelnatur frei: die Einheit von poetischer Schwärmerei und Revolutionsmystik. … Darin ist Stern 111 große Literatur.«

Ijoma Mangold, DIE ZEIT

»Die kunstvolle Erzählung des 1963 in Gera geborenen Seiler zieht in den Bann des Möglichkeitsraums Berlin nach 1989. Sie ist literarische Geschichtsschreibung zwischen Traumwandeln und Hausbesetzen.«

der Freitag

»Präzise, poetisch, mitreißend.«

Stern
»Dies ist mehr als ein bloßer Zeitroman. Er verdichtet eine Epoche und zitiert auf höchst eigenständige Weise die großen Bewusstseinspanoramen der Moderne und der Ostmoderne.«
Helmut Böttiger, Deutschlandfunk Kultur

»Lutz Seiler ist mit Stern 111 wieder ein großer Roman gelungen, der auf berückende Weise von Aufbruch und Untergang erzählt, von sozialen Utopien und gesellschaftlicher Realität, von Demütigung und Stolz. Ein faszinierendes Geschichts- und Geschichtenbuch.«

Katja Weise, NDR Kultur

»Dieser unverhoffte Nachwende-Roman aus dem teilweise verfallenen, längst noch nicht gentrifizierten Berlin überzeugt durch seine einmalige atmosphärische Dichte, durch sanfte Ironie und die Hinwendung zur Materie.«

Bayerischer Rundfunk

»Ein großartiges, dicht erzähltes Stück deutscher Zeitgeschichte.«

Alexander Wasner, SWR 2

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Kommentare

»Stern 111 - ein wunderbares, feinschwingendes und berührendes Buch. Ich bin so traurig, dass ich es soeben zu Ende gelesen habe und zuschlagen muss. Es wird bleiben... vielen Dank!
Claudia aus Gera-Langenberg«
Claudia Wenzel, 04.04.2020

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