Deniz Ohde
Streulicht - Roman

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CH: 31,50 sFr

Erschienen: 17.08.2020
Gebunden, 284 Seiten
ISBN: 978-3-518-42963-1
Auch als eBook erhältlich

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Inhalt

Industrieschnee markiert die Grenzen des Orts, eine feine Säure liegt in der Luft, und hinter der Werksbrücke rauschen die Fertigungshallen, wo der Vater tagein, tagaus Aluminiumbleche beizt. Hier ist die Ich-Erzählerin aufgewachsen, hierher kommt sie zurück, als ihre Kindheitsfreunde heiraten. Und während sie die alten Wege geht, erinnert sie sich: an den Vater und den erblindeten Großvater, die kaum sprachen, die keine Veränderungen wollten und nichts wegwerfen konnten, bis der Hausrat aus allen Schränken quoll. An die Mutter, deren Freiheitsdrang in der Enge einer westdeutschen Arbeiterwohnung erstickte, ehe sie in einem kurzen Aufbegehren die Koffer packte und die Tochter beim trinkenden Vater ließ. An den frühen Schulabbruch und die Anstrengung, im zweiten Anlauf Versäumtes nachzuholen, an die Scham und die Angst – zuerst davor, nicht zu bestehen, dann davor, als Aufsteigerin auf ihren Platz zurückverwiesen zu werden.

Wahrhaftig und einfühlsam erkundet Deniz Ohde in ihrem Debütroman die feinen Unterschiede in unserer Gesellschaft. Satz für Satz spürt sie den Sollbruchstellen im Leben der Erzählerin nach, den Zuschreibungen und Erwartungen an sie als Arbeiterkind, der Kluft zwischen Bildungsversprechen und erfahrener Ungleichheit, der verinnerlichten Abwertung und dem Versuch, sich davon zu befreien.

Alle Kommentare

Ein ganz toller Roman. Sprachlich einfach, aber dennoch sehr feinfühlig geschrieben. Ich habe mich dadurch sehr mit der Erzählerin und ihrer Welt verbunden gefühlt und mich nach jedem Umblättern auf die nächste Seite gefreut. Danke!
Steven Swiecki
Dieser Roman gibt nach vielen verschwendeten Jahrzehnten Millionen Menschen in diesem Land endlich eine Stimme und beschreibt eine verdrängte und verschwiegene Wirklichkeit. Auch sie gehören zu uns und prägen und bereichern unser Land: Arbeiterkinder mit Kreativität und Willenskraft, deren Erfahrung für uns alle einen Schatz darstellt. Endlich! Hoffentlich ist das nur der Anfang.
Helmut Kulik

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