Jugo
Roman

Sie sehen sich nur einmal im Jahr, und jedes Mal geraten sie in Streit. Der Vater, der als junger Mann nach Deutschland kam, hier eine Familie gründete, in der Gastwirtschaft arbeitete und das Land dreißig Jahre später wieder Richtung Kroatien verließ. Und der Sohn, der in Berlin lebt, Schriftsteller geworden ist und im Gästehaus seines Vaters an der Adriaküste Urlaub macht. Im Streit befreien sie sich von den Dingen, die zwischen ihnen stehen. Und sie entdecken in scheinbar kleinen Momenten...

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Sie sehen sich nur einmal im Jahr, und jedes Mal geraten sie in Streit. Der Vater, der als junger Mann nach Deutschland kam, hier eine Familie gründete, in der Gastwirtschaft arbeitete und das Land dreißig Jahre später wieder Richtung Kroatien verließ. Und der Sohn, der in Berlin lebt, Schriftsteller geworden ist und im Gästehaus seines Vaters an der Adriaküste Urlaub macht. Im Streit befreien sie sich von den Dingen, die zwischen ihnen stehen. Und sie entdecken in scheinbar kleinen Momenten eine unerwartete Nähe: wenn sie, begleitet vom Jugo, dem warmen Südwind, mit dem Boot zur Insel vor der Bucht fahren, Tennis auf dem Platz eines verfallenen Hotels spielen oder den kleinen Acker der Familie in Bosnien besuchen. Nach und nach legen sie alte, zugewachsene Wege frei – zueinander und zu ihrer gemeinsamen Geschichte.

Jugo ist ein berührendes Vater-Sohn-Porträt. Eine Liebeserklärung an den gleichzeitig nahen und fernen Vater, dessen Rückkehr in die alte Heimat schwieriger war als seine Ankunft in einem fremden Land. Einfühlsam erkundet Ilija Matusko die Vergangenheit, die eigene und die gemeinsame, erzählt von Familie und den Konflikten im zerfallenen Jugoslawien. Und er spürt einem Gefühl nach, das Vater und Sohn verbindet: nie ganz angekommen zu sein.

Bibliografische Angaben
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STIMMEN

»Gast im fremden Land zu bleiben und auch Gast in der Heimat zu sein, aus der man einst geflohen ist, das ist ein etablierter Topos der Exilliteratur. In Jugo aber wird dieser ... besonders anschaulich und tragikomisch ...«
Cara Hofmann, Süddeutsche Zeitung
»Matusko wirft einen zarten Blick auf seine Figuren, die er aus den Menschen in seinem Leben speist. ... [Er hat einen] aufmerksamen Blick für die feinen Unterschiede ... «
Anna Weiß, Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung
»Matusko beobachtet den Vater genau, von dem er sich einst entfremdet gefühlt hatte, seinen Zustand des ewigen Dazwischens, des Niemals-Ankommens. ... In kurzen Absätzen, changierend zwischen Vergangenheit und Gegenwart, löst Matusko durch sein Schreiben die Distanz zum Vater immer mehr auf. Ganz nebenbei erzählt er dabei auch über Arbeit, Klasse, über Identität und die wechselvolle Geschichte eines Landes.«
Valerie Bäuerlein, Berliner Morgenpost
»Gast im fremden Land zu bleiben und auch Gast in der Heimat zu sein, aus der man einst geflohen ist, das ist ein etablierter Topos der Exilliteratur. In Jugo aber wird dieser ... besonders anschaulich und tragikomisch ...«
Cara Hofmann, Süddeutsche Zeitung
»Matusko wirft einen zarten Blick auf seine Figuren, die er aus den Menschen in seinem Leben speist. ... [Er hat einen] aufmerksamen Blick für die feinen Unterschiede ... «
Anna Weiß, Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung
»Matusko beobachtet den Vater genau, von dem er sich einst entfremdet gefühlt hatte, seinen Zustand des ewigen Dazwischens, des Niemals-Ankommens. ... In kurzen Absätzen, changierend zwischen Vergangenheit und Gegenwart, löst Matusko durch sein Schreiben die Distanz zum Vater immer mehr auf. Ganz nebenbei erzählt er dabei auch über Arbeit, Klasse, über Identität und die wechselvolle Geschichte eines Landes.«
Valerie Bäuerlein, Berliner Morgenpost
»Unglaublich vielschichtig und intensiv.«
Christoph Schröder, SWR
»Migration ist ein nicht enden wollender Abschied – von Heimaten, Familienmitgliedern und Versionen seiner selbst. Noch bevor wir irgendwo ankommen, wissen wir, dass nichts für immer ist. Jugo ist eine feinfühlige Erzählung über das unsagbare Vakuum zwischen Ländern und Klassen, Vätern und Söhnen.«
Toxische Pommes

Personen für Jugo

Ilija Matusko, geboren 1980, hat Soziologie und Politikwissenschaften studiert. Er lebt und arbeitet als freier Autor in Berlin. Für seine Arbeit erhielt er zahlreiche Stipendien, u. a. ein Stipendium des Fritz-Hüser-Instituts für Literatur und Kultur der Arbeitswelt sowie ein Stipendium in der Villa Aurora in Los Angeles. 2023 erschien Verdunstung in der Randzone in der edition suhrkamp. Jugo ist sein Romandebüt.
Ilija Matusko, geboren 1980, hat Soziologie und Politikwissenschaften studiert. Er lebt und arbeitet als freier Autor in Berlin. Für seine Arbeit...

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