Isabella M. Weber, was ist Antifaschistische Wirtschaftspolitik? | Antifaschistische Wirtschaftspolitik kurz erklärt

Wie lässt sich dem Aufstieg der extremen Rechten politisch begegnen? Für die Ökonomin Isabella M. Weber liegt eine zentrale Ursache in den steigenden Lebenshaltungskosten: Sie erzeugen eine Unzufriedenheit, die rechte Kräfte für sich nutzen. In ihrem neuen Buch Antifaschistische Wirtschaftspolitik legt Weber, Professorin für Volkswirtschaftslehre an der University of Massachusetts Amherst, einen Entwurf für eine Wirtschaftspolitik vor, die sich an den alltäglichen Bedürfnissen der Menschen orientiert und nicht an den Gewinnen der Unternehmen.

Wie die Grundzüge einer solchen antifaschistischen Wirtschaftspolitik aussehen könnten – bezahlbare Güter des alltäglichen Bedarfs, demokratische Kontrolle der Konzernmacht, Kooperation statt Nationalismus –, erklärt Isabella M. Weber in diesem Video. Außerdem geht sie darauf ein, warum essentielle Güter wie Energie, Wohnen und Ernährung anderen Regeln folgen als übrige Märkte, welche Instrumente ihre Preise stabilisieren und was die KI-Revolution für Arbeit und Bildung bedeutet.

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Warum unsere Demokratie auch von der Wirtschaftspolitik abhängt

Antifaschistische Wirtschaftspolitik
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Kurz nachdem feststand, dass Donald Trump erneut zum US-Präsidenten gewählt worden war, fragte Isabella Weber auf X: »Können wir jetzt endlich eine ernsthafte Diskussion über eine antifaschistische Wirtschaftspolitik führen?« Die Demokraten hätten die Auswirkungen der dramatisch gestiegenen Lebenshaltungskosten verkannt und so Trump mit seiner Ressentiment-Politik das Feld überlassen. Ihr Tweet ging viral und setzte eine weltweite Debatte in Gang.

In ihrem neuen Buch legt Isabella Weber dar, wie die Grundzüge eines solchen Programms aussehen könnten: bezahlbare Güter des alltäglichen Bedarfs, demokratische Kontrolle der Konzernmacht, Kooperation statt Nationalismus. Wenn wir den weiteren Aufstieg der extremen Rechten verhindern wollen, so Weber, brauchen wir eine Wirtschaftspolitik, bei der die Bedürfnisse und die Würde der Menschen im Mittelpunkt stehen.

Isabella M. Weber im Interview

Was bedeutet für Sie der Begriff »Antifaschistische Wirtschaftspolitik«?

Antifaschistische Wirtschaftspolitik bedeutet für mich, dass man die Alternative zu einem unerträglichen Status quo nicht der extremen Rechten überlässt, sondern ganz konkret im Hier und Jetzt Auswege aus der Krise zeigt. Dass man zeigt, dass demokratische Staaten für ihre Bevölkerungen die Lebensverhältnisse verbessern können.


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Antifaschistische Wirtschaftspolitik – die wichtigsten Fragen und Antworten

Was versteht man unter antifaschistischer Wirtschaftspolitik?

Antifaschistische Wirtschaftspolitik ist ein Ansatz, der verhindern soll, dass Menschen mit geringem Einkommen aus Unzufriedenheit über steigende Lebenshaltungskosten rechte Parteien wählen. Der Staat soll dafür gezielt in die Wirtschaft eingreifen, um die Folgen von Inflation abzufedern und ein Leben in Würde zu sichern. Die Ökonomin Isabella M. Weber entwickelt diese Idee in ihrem Buch Antifaschistische Wirtschaftspolitik.

Wer hat den Begriff antifaschistische Wirtschaftspolitik geprägt?

Der Begriff geht maßgeblich auf die Ökonomin Isabella M. Weber zurück, Professorin an der University of Massachusetts Amherst. Kurz nach der erneuten Wahl Donald Trumps fragte Weber auf X: »Können wir jetzt endlich eine ernsthafte Diskussion über eine antifaschistische Wirtschaftspolitik führen?« Ihr Tweet ging viral und setzte eine weltweite Debatte in Gang.

Warum sieht die antifaschistische Wirtschaftspolitik in Preissteigerungen ein zentrales Problem?

Isabella M. Weber verortet die Ursachen von Inflation vor allem auf der Angebotsseite, also in steigenden Unternehmensgewinnen, und nicht allein in der Nachfrage. Daraus folgt, dass Preissteigerungen vor allem jene Haushalte treffen, die ohnehin einen großen Teil ihres Einkommens für Grundbedürfnisse ausgeben. Wer diese Belastung nicht abfedert, riskiert nach diesem Verständnis politische Radikalisierung, so Weber.

Welche konkreten Maßnahmen schlägt die antifaschistische Wirtschaftspolitik vor?

Ökonomin Isabella M. Weber nennt unter anderem Preiskontrollen, staatliche Wachstumsziele in Schlüsselsektoren wie Stahl, Transport und Stromversorgung sowie eine demokratische Kontrolle der Konzernmacht. Weber beschreibt zudem bezahlbare Güter des alltäglichen Bedarfs als Ziel. 

Isabella M. Weber, geboren 1987 in Nürnberg, ist Professorin für Volkswirtschaftslehre an der University of Massachusetts Amherst. Einer breiten Öffentlichkeit wurde sie durch ihren (gemeinsam mit dem Volkswirt Sebastian Dullien) ins Gespräch gebrachten Vorschlag eines Gaspreisdeckels bekannt. Sie wurde mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet, darunter mit dem Wissenschaftspreis der Keynes-Gesellschaft und 2024 mit dem Hans-Matthöfer-Preis für Wirtschaftspublizistik. Im Suhrkamp Verlag erschien von ihr zuletzt Das Gespenst der Inflation. Wie China der Schocktherapie entkam (2023).
Isabella M. Weber, geboren 1987 in Nürnberg, ist Professorin für Volkswirtschaftslehre an der University of Massachusetts Amherst. Einer breiten...

Zuletzt aktualisiert am 20.10.2026