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»Man erfährt nichts vom realen historischen Geschehen, wenn man die politischen Parolen und die zur Schau getragenen Gesinnungen für bare Münze nimmt.« Mit diesem Satz eröffnet Siegfried Kracauer seine große, bislang unpublizierte Abhandlung »Totalitäre Propaganda«. Sie bildet einen der Höhepunkte dieses Bandes, der erneut die enorme Bandbreite von Kracauers Schaffen eindrucksvoll dokumentiert.
Die Texte, die überwiegend im amerikanischen Exil geschrieben wurden und nun zum großen Teil erstmals oder erstmals in deutscher Sprache zugänglich gemacht werden, zeigen Kracauer als brillanten Analytiker von Propagandapraktiken in Filmen, Radiosendungen und Werbespots. Dabei steht zunächst die faschistische und nationalsozialistische Propaganda im Vordergrund, aber mit den Zeitläuften ändert sich auch Kracauers Blick. So verfaßt er im Auftrag von Paul Lazarsfelds Bureau of Applied Social Research nicht nur zahlreiche Berichte über qualitative Sozialforschung, sondern auch das Buch Satellitenmentalität, in dem er die politische Einstellung von Bürgern in Ländern des damaligen Ostblocks untersucht.
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Frühe Schriften / Sonette / Rundfunkgeschichten für Kinder / Literarische Rundfunkvorträge / Geschichten und Rätsel / »Das kalte Herz« / Nachtrag zu den Brecht-Kommentaren / »Das Kunstwerk im Zeitalter seiner technischen Reproduzierbarkeit« - Zweite Fassung / »Berliner Kindheit um neunzehnhundert« - Fassung letzter Hand
Anhang: Verzeichnis der gelesenen Schritten / Bibliographie der zu Lebzeiten gedruckten Arbeiten
Siebter Band. Zweiter Teil:
Anmerkungen der Herausgeber / Nachträge zu den Anmerkungen der Rande I bis VI / Zum Abschluß der Ausgabe / Inhaltsverzeichnis Band VII / Gesamtinhaltsverzeichnis der Bände I bis VII
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Mehr als fünfzig Jahre nach seinem Tod ist immer noch höchst umstritten, worin das Vermächtnis Theodor W. Adornos besteht. Viele sehen in ihm den Philosophen der kompromisslosen Negativität, der gnostischen Finsternis, auch der allumfassenden, maßstabslosen Kritik. Selbst in der breiteren Öffentlichkeit hat sich das Bild vom Denker der totalisierenden Verzweiflung, des »Es gibt kein richtiges Leben im falschen« verfestigt – bis zum Klischee.
Der Historiker und Philosoph Peter E. Gordon stellt dieses Bild entschieden in Frage. Adorno, so argumentiert er, ist vielmehr als ein Theoretiker zu verstehen, dessen Praxis der Kritik sich an einer unrealisierten Norm des menschlichen Gedeihens orientiert – des prekären Glücks in einer radikal unvollkommenen Welt. Diese Norm weist Gordon als das einigende Thema aus, das Adornos gesamtes Werk durchzieht, seine soziologischen Schriften ebenso wie seine Moralphilosophie, Metaphysik und Ästhetik. Prekäres Glück ist selbst ein Glücksfall: eine faszinierende Interpretation von Adornos Vermächtnis, das nun in einem völlig neuen Licht erscheint und als unverzichtbare Ressource für die kritische Theorie von heute.




















