Das kulturelle Imaginäre

Eine Funktionsgeschichte des amerikanischen Romans 1790–1900
Das kulturelle Imaginäre
Eine Funktionsgeschichte des amerikanischen Romans 1790–1900

Mit dieser Geschichte des amerikanischen Romans wird eine Darstellung vorgelegt, die im Kontext der Debatte um den Beitrag des Romans zum neuzeitlichen Modernisierungsprozeß steht.

Für diese Darstellung sind die vom Modernismus herausgearbeiteten Innovationsschübe wie auch die vom poststrukturalistischen und postmodernen Denken analysierten Disziplinierungsleistungen beide gleichermaßen Teil eines historischen Prozesses kultureller Enthierarchisierung. Dabei wird von zentralen Thesen...

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Mit dieser Geschichte des amerikanischen Romans wird eine Darstellung vorgelegt, die im Kontext der Debatte um den Beitrag des Romans zum neuzeitlichen Modernisierungsprozeß steht.

Für diese Darstellung sind die vom Modernismus herausgearbeiteten Innovationsschübe wie auch die vom poststrukturalistischen und postmodernen Denken analysierten Disziplinierungsleistungen beide gleichermaßen Teil eines historischen Prozesses kultureller Enthierarchisierung. Dabei wird von zentralen Thesen der literarischen Anthropologie Wolfgang Isers ausgegangen. In der literarischen Gestaltgebung eines diffusen Imaginären ohne Objektreferenz stellt die Fiktion ein besonders effektives Medium zur Artikulation von noch nicht kulturfähigen Vorstellungen und Phantasiebeständen dar, durch die eine Art imaginäres »Doppelgängertum«, ein ständiges Sich-selbst-Überschreiten des Menschen, ermöglicht wird. Es ist dieser »Artikulationseffekt« des Romans, der kulturgeschichtlich gesehen ungeahnte neue Spielräume des imaginären Selbstentwurfs, des imaginären Rollenspiels und der individuellen Selbstermächtigung eröffnet. Durch die Optimierung literarischer Illusionsbildung, die der Roman in Prozessen ständiger Diskursverschmelzung vorantreibt, wird eine Form der Gleichzeitigkeit des Wirklichen und des Möglichen geschaffen, die den Roman im 19. Jahrhundert zum priviligierten Ort der Arbeit an einem kulturellen Imaginären macht, das dem Individuum als Antrieb und Fundus immer neuer Akte der Selbstinszenierung zu dienen vermag.

Flucks Arbeit verfolgt die spannungsvolle Komplementarität von imaginärer Selbstüberschreitung und diskursiver Zurichtung des kulturellen Imaginären in detaillierten Einzelinterpretationen aller wichtigen Stationen und Genres des amerikanischen Romans im 18. Und 19. Jahrhundert.

Einleitung
Anfänge des amerikanischen Romans
Fiktionsfeindlichkeit und das »schädliche« Lesen
Der literarische Markt
Vorformen des Romans: Die Captivity Narrative
Hugh Henry Brackenridge: Modern Chivalry und der Gentry Roman
Susanna Rowson: Charlotte Temple und der sentimentale Roman
Charles Brockden Brown und der Schauerroman
Der amerikanische Roman 1820-1850
Der historische Roman
James Fenimore Cooper und die Amerikanisierung des historischen Romans
Die weibliche Entwicklungsgeschichte (Domestic Novel)
George Lippard: The Monks of Monk Hall und der sensationalistische Reformroman
Harriet Beecher Stowe: Uncle Tom's Cabin und der sentimentale Reformroman
Der Roman der American Renaissance
Die Radikalisierung des Kunstanspruchs
»The American Romance«
Nathaniel Hawthorne: The Scarlet Letter
Herman Melville: Moby-Dick
Der amerikanische Roman im Zeitalter des Realismus
Der amerikanische Realismus
Williams Dean Howells: A Modern Instance und der realistische Gesellschaftsroman
Zur Entwicklung des realistischen Projekts im Werk von Henry James
Mark Twain: Adventures of Huckleberry Finn und die »Modernisierung« des realistischen Romans
Edward Bellamy: Looking Backward und der utopische Roman
Kate Chopin: The Awakening und der weibliche Entwicklungsroman im Zeitalter des Realismus
Inhaltsverzeichnis
Bibliografische Angaben
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