Amin Maalouf
Die Auflösung der Weltordnungen - Essay

Aus dem Französischen von Andrea Spingler
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D: 24,80 €
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CH: 35,50 sFr

Erschienen: 21.06.2010
Gebunden, 248 Seiten
ISBN: 978-3-518-42162-8

Inhalt

Der international erfolgreiche Romancier und Essayist Amin Maalouf, geboren im Libanon und seit vielen Jahren in Frankreich ansässig, ein »Wanderer zwischen den Welten«, beschreibt, anschließend an seinen vor zehn Jahren erschienenen Essay Mörderische Identitäten (edition suhrkamp 2159), die krisenhafte »Entregelung« – in ethischer und intellektueller, geopolitischer, ökonomischer und »klimatischer« Hinsicht –, von der der Westen ebenso wie der Nahe Osten aus unterschiedlichen Gründen betroffen sind.

Wo es für Autoren wie Samuel P. Huntington, aber auch Stefan Weidner (Manual für den Kampf der Kulturen. Warum der Islam eine Herausforderung ist) um einen »Kampf der Kulturen« geht, diagnostiziert Maalouf einen Zustand der Erschöpfung, in den die beiden Kulturen verfallen seien – aus dem nur eine Besinnung auf die eigenen Werte (dessen, was beide unterscheidet) sowie die Zukunft (die nur eine gemeinsame sein kann) hinausführen werde.
Anschaulichkeit und Plausibilität gewinnt der Essay durch Amin Maaloufs intime Kenntnis der jüngeren und jüngsten Geschichte des Nahen Ostens, der das Buch einige überraschende Lehren zur Bewältigung der gegenwärtigen Krise verdankt.

Im Original erschienen unter dem Titel Le dérèglement du monde. Quand nos civilisations s'épuisent (Grasset).

Nachrichten

Kommentare

Die Auflösung der Weltordnungen
Für mich einerseits sehr informativ, wie die Entwicklungen im Maghreb und Nahen Osten beschrieben wird, andererseits teilweise sehr speziell. - aber interessant.
Besonders das Kapitel III sprach mich an. Ich denke nicht, daß es eine Änderung auf der Basis der Einsicht und Vernunft geben wird; solange Wohlstand herrscht, sind die, die ihn besitzen saturiert. Gleichzeitig ist aber Wohlstand wie wir ihn rund um den Globus über Medien vorgestellt bekommen (durch Werbung, in Filmen) für viele erreichbar, zumindest erstrebenswert (der Vergleich ist das Problem: wenn ich sehe wie es den andern gut geht, möchte ich das auch; lebe ich in „meiner Welt“ bin ich zufrieden).
Die Geschichte hat stets bewiesen, dass Änderungen nur durch Revolution und/oder Krieg ausgelöst werden. Das heißt, wenn das Volk nichts mehr zu verlieren hat (z.B. nach einem Krieg oder nach einer Diktatur-Herrschaften) besteht umfassende Solidarität, die zu gemeinsamen Aktionen führt und dadurch zu Veränderungen.
Ob diese dann auch zu nachhaltigem Verhalten (unsere Resourcen zu schützen, sich mit anderen Werten als nur Konsum zufrieden zu geben) führen, bleibt fraglich, weil es offensichtlich ein tiefverwurzeltes menschliches Verhalten ist, nach mehr (im Sinne von Materiellem) zu streben (Jagd- und Sammlertrieb).
Somit glaube ich, dass sich Geschichte immer wiederholen wird.
K-H. Barth
K-H. Barth, 15.02.2011

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