Felix Bohr
Die Kriegsverbrecherlobby - Bundesdeutsche Hilfe für im Ausland inhaftierte NS-Täter

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Erschienen: 02.10.2018
Gebunden, 558 Seiten
ISBN: 978-3-518-42840-5
Auch als eBook erhältlich

Der ewige Wunsch nach einem Schlussstrich

Inhalt

Unmittelbar nach dem Zweiten Weltkrieg waren in zahlreichen westeuropäischen Ländern NS-Kriegsverbrecher inhaftiert. Im Zuge der Westbindung der Bundesrepublik wurden die meisten von ihnen entlassen. Lediglich in Italien und den Niederlanden verblieben insgesamt fünf Deutsche im Gefängnis: der SS-Mann Herbert Kappler, als Kommandeur der Sicherheitspolizei verantwortlich für das Massaker in den Ardeatinischen Höhlen, sowie die »Vier von Breda«, die maßgeblich an der Ermordung der niederländischen Juden beteiligt gewesen waren. Hochrangige deutsche Politiker, unter ihnen die Bundeskanzler Brandt und Schmidt, setzten sich für ihre Freilassung ein.

Felix Bohr zeichnet das westdeutsche Engagement für die im Ausland inhaftierten NS-Täter nach. Er zeigt, wie sich aus Netzwerken von Kirchenverbänden, Veteranenvereinigungen und Diplomaten eine einflussreiche Interessenvertretung formierte, die rechtliche und materielle Hilfe leistete. Während Opfer des NS-Regimes um gesellschaftliche Anerkennung und Entschädigung kämpften, organisierte die Lobby Unterstützung für die Kriegsverbrecher auf höchster politischer Ebene. Auf der Grundlage bislang mitunter nicht zugänglicher Quellen wirft Bohr einen umfassenden Blick auf ein bisher kaum bekanntes Kapitel bundesdeutscher Vergangenheitspolitik.

Pressestimmen

»Es liegen über der geglückten deutschen Demokratie heute Schatten. Antidemokratische, rechtsextreme Kräfte haben Auftrieb erhalten. ... Auch deswegen ist das Buch von Felix Bohr wichtig. Es zeigt im Rückblick auf die erst jüngst vergangene Zeitgeschichte, wie verletzbar unsere Demokratie ist, welche Gefahren in ihr lauern und wie schwierig das Verhältnis der Deutschen zur Freiheit in ihrer Geschichte war.«

Gerhart Baum, DIE ZEIT

»Die Geschichte der [Kriegsverbrecherlobby] stellt Bohr akribisch und facettenreich dar.«

Matthias Arning, Frankfurter Rundschau

»Bohr ist ein glänzendes Buch darüber gelungen, wie es Rechtsextreme erreicht haben, Politik für sich zu instrumentalisieren und zugleich die Deutungshoheit über die Geschichte zu beanspruchen. Angesichts der derzeitigen Versuche, die NS-Zeit als einen ›Fliegenschiss‹ umzudenken, ist sein Buch aktueller, als uns lieb sein kann.«

Klaus Hillenbrand, taz. die tageszeitung

»Bohrs wichtige Aufarbeitung, deren gut recherchierter Faktenreichtum besticht, lässt einen fassungslos zurück ob der braunen Tentakel.«

Knud von Harbou, Süddeutsche Zeitung Literaturbeilage

»Felix Bohrs enorm materialreiche Studie ist verdienstvoll – ein Antidot zu gängigen, mitunter allzu selbstgewissen Geschichtserzählungen.«

Marko Martin, Deutschlandfunk Kultur

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