Zum Tod von Alexander Kluge
Alexander Kluge war dem Suhrkamp Verlag über viele Jahrzehnte eng verbunden – als eigensinniger Autor, als Grenzgänger zwischen Literatur, Film und Theorie, als präziser Beobachter historischer und gegenwärtiger Wirklichkeiten. Das Trauma des Kriegs prägte seine Kindheit, und die Kriege der Gegenwart beschäftigten ihn bis zuletzt. Mit seiner besonderen, oft auch filmisch inspirierten Methode, Geschichten, Dokumente und Reflexionen zu verweben, hat er neue Erzählformen erschaffen und die Welt der Bücher bereichert. Suhrkamp war für ihn der Ort seines geschriebenen Werks.
Wir verlieren mit Alexander Kluge eine große Persönlichkeit, einen außergewöhnlichen Autor und hellwachen Geist.
Jonathan Landgrebe
Wir verlieren mit Alexander Kluge eine große Persönlichkeit, einen außergewöhnlichen Autor und hellwachen Geist.
Jonathan Landgrebe
Alexander Kluge ist am 25. März 2026 in München verstorben.
Geboren 1932 in Halberstadt, galt Kluge als einer der vielseitigsten deutschen Intellektuellen seiner Zeit. Er studierte in Marburg und Frankfurt am Main Rechtswissenschaften, Geschichte und Kirchenmusik. Nach seiner Zulassung als Rechtsanwalt absolvierte er ein Volontariat bei dem Filmregisseur Fritz Lang und wurde in den 1960er- und 1970er-Jahren als einer der einflussreichsten Vertreter des Neuen Deutschen Films bekannt, den er in Theorie und Praxis mitbegründet und weiterentwickelt hat. Als Autor machte Kluge sich vor allem durch Kurzgeschichten einen Namen und gehörte zum Kreis der Gruppe 47, außerdem verfasste er wissenschaftliche und philosophische Arbeiten. Für sein Werk erhielt Alexander Kluge zahlreiche Preise, unter anderem den Georg-Büchner-Preis (2003), den Deutschen Filmpreis (Ehrenpreis 2008) sowie den Theodor-W.-Adorno-Preis (2009).
Der Suhrkamp Verlag trauert um seinen Autor.
Geboren 1932 in Halberstadt, galt Kluge als einer der vielseitigsten deutschen Intellektuellen seiner Zeit. Er studierte in Marburg und Frankfurt am Main Rechtswissenschaften, Geschichte und Kirchenmusik. Nach seiner Zulassung als Rechtsanwalt absolvierte er ein Volontariat bei dem Filmregisseur Fritz Lang und wurde in den 1960er- und 1970er-Jahren als einer der einflussreichsten Vertreter des Neuen Deutschen Films bekannt, den er in Theorie und Praxis mitbegründet und weiterentwickelt hat. Als Autor machte Kluge sich vor allem durch Kurzgeschichten einen Namen und gehörte zum Kreis der Gruppe 47, außerdem verfasste er wissenschaftliche und philosophische Arbeiten. Für sein Werk erhielt Alexander Kluge zahlreiche Preise, unter anderem den Georg-Büchner-Preis (2003), den Deutschen Filmpreis (Ehrenpreis 2008) sowie den Theodor-W.-Adorno-Preis (2009).
Der Suhrkamp Verlag trauert um seinen Autor.
Kondolenzen
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»Ich weiss nicht, wie mein Denken aussähe, ohne die Texte von Alexander Kluge. Ende der siebziger Jahre habe ich in der Schule ( welche Zeiten das noch waren) „Ein Liebesversuch“ gelesen. Ich war 16 oder 17 . Auch, wenn ich den Text sicher noch nicht ganz verstand, so war mit sofort klar, dass ist DER Autor für mich. Er wurde über die Jahre/Jahrzehnte der Autor meinen Lebens. In einer kritischen Lebensphase war ich mit seiner „Chronik der Gefühle“ unterwegs. Danke für ALLES. «
Olaf Blumenstein
»2015 unterhielten wir uns ein paar Minuten im Haus der Kunst an der Bar beim Warten auf den Beginn des Konzerts der Einstürzenden Neubauten. Anknüpfend an die Buchvorstellung ›30. April 1945‹ am 8. Mai 2014 haben wir ein paar Gedanken ausgetauscht. Viele Jahre ist er an meinem Bürofenster mit seinem Fahrrad in Richtung ARRI vorbeigefahren. ›Gegenwart nennen wir bekanntlich, wenn es hoch kommt, 90 Jahre. Das Wirkliche an dieser Gegenwart ist die Schubkraft von 20 Milliarden Jahren.‹ Danke«
Christian Reisenberg
»Vor knapp zehn Jahren bat ich AK auf einer Tagung um eine Widmung – für meine Freundin. Ich war etwas nervös, doch ich fing mich – dank seiner Freundlichkeit, seiner Augen. Wir sprachen dann ungewöhnlich lang miteinander. AK schrieb Adornos Worte, die mehr als ein Gruß für uns waren: ›Die fast unlösbare Aufgabe besteht darin, weder von der Macht der anderen, noch von der eigenen Ohnmacht sich dumm machen zu lassen.‹ - Danke, nochmals. Auch von A..«
Felix Maschewski
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»Die einzige Verlässlichkeit in zerrissener Zeit beruht auf der Beobachtung, dass auch die kriegerische Macht stolpert…«
Epigraph vor Alexander Kluges letztem, im Jahr 2025 bei Suhrkamp erschienenen Buch Sand und Zeit
Zum Nachruf von Peter Neumann, Die ZeitZum Nachruf von Claudia Lenssen, tazZum Nachruf von Susanne Beyer, Der Spiegel (Paywall)Zum Nachruf von Willi Winkler, Sueddeutsche Zeitung (Paywall)Zum Nachruf von Paul Jandl, Neue Züricher Zeitung (Paywall)Zum Nachruf von Moritz Holfelder, Bayerischer RunfunkÜber Alexander Kluge – Gespräch mit Joseph Vogl | 3sat KulturzeitZum Nachruf von Daniel Völzke, monopol magazinZum Nachruf von Jürgen Kaube, Frankfurter Allgemeine ZeitungZum Nachruf von Stefan Aust, RBB Radio3 (Audio)
Alexander Kluge im Suhrkamp Verlag
ENTDECKEN
Podcast
Alexander Kluge, welche Begegnungen inspirieren Sie? | Dichtung & Wahrheit #38
Alexander Kluge spricht mit Silke Hohmann über sein Werk und die Begegnungen, die seine Kunst prägen.Video
Videos zu Alexander Kluges und Anselm Kiefers Buch Klugheit ist die Kunst, unter verschiedenen Umständen getreu zu bleiben
Die Autoren betreiben historische Tiefenbohrungen und hochaktuelle Gegenwartsdiagnostik.Nachricht
Zum 90. Geburtstag von Alexander Kluge
Alexander Kluge feiert heute seinen 90. Geburtstag. Kluge ist Autor, Jurist, Philosoph, Filme- und Ausstellungsmacher; als sein wichtigstes Werk aber sieht er seine Bücher.Zuletzt aktualisiert am 27.03.2026

