Die meisten politischen Systeme der westlichen Welt gelten als demokratisch, aber im Grunde reduziert sich die Teilhabe der Bürgerinnen und Bürger auf die Wahl von Repräsentanten und Regierenden, also auf ein Verfahren zur Beglaubigung von Mächtigen und zur Bestätigung allgemeiner Zielsetzungen. Angesichts der mit einer solchen »Genehmigungsdemokratie« verbundenen Gefahren entwirft Pierre Rosanvallon in seinem vieldiskutierten Buch das Gegenmodell einer »Betätigungsdemokratie« – und fordert...
Die meisten politischen Systeme der westlichen Welt gelten als demokratisch, aber im Grunde reduziert sich die Teilhabe der Bürgerinnen und Bürger auf die Wahl von Repräsentanten und Regierenden, also auf ein Verfahren zur Beglaubigung von Mächtigen und zur Bestätigung allgemeiner Zielsetzungen. Angesichts der mit einer solchen »Genehmigungsdemokratie« verbundenen Gefahren entwirft Pierre Rosanvallon in seinem vieldiskutierten Buch das Gegenmodell einer »Betätigungsdemokratie« – und fordert nicht weniger als eine demokratische Revolution, in der die Beziehungen zwischen Regierenden und Regierten neu bestimmt werden.
Die Präsidialisierung der Demokratien
Das ursächliche Faktum: Die Vorherrschaft der Exekutive
Das parlamentarisch-repräsentative Modell
Das Verhältnis von Regierenden zu Regierten
Niedergang und Neudefinition der Parteien
Unterwegs zu neuen demokratischen Organisationen
Ein anderer demokratischer Universalismus
Die vier Demokratien
Die exekutive Gewalt: Eine problematische Geschichte
Die Inthronisierung des Gesetzes und die Degradierung der Exekutive
Die Idee einer Herrschaft des Gesetzes
Eine politische Utopie
Die Degradierung der Judikative während der Revolution
Die Abqualifizierung der Exekutive
Der Kult der Unpersönlichkeit und seine Metamorphosen
Die Vorstellung einer »kopflosen« Macht
Eine nicht gewählte, kollegiale Macht
Bonaparte: Rückkehr eines Eigennamens und neues Regime des Willens
Das neue Zeitalter der Unpersönlichkeit
Französische Ausnahme oder demokratische Moderne?
Das Zeitalter der Rehabilitierung
Aufstieg der Massen und Stärkung der Exekutive
Der Schock des Ersten Weltkriegs und der Führerkult
Die Erweiterung staatlichen Handelns und der Niedergang des Gesetzes
Die beiden Versuchungen
Das technokratische Ideal
Der Ausnahmezustand
Kontinuitäten und Brüche
Wegweisende Experimente: 1848 und Weimar
1848 in Frankreich oder der Triumph der Unbesonnenheit
Die Weimarer Verfassung
Max Weber und die plebiszitäre Demokratie
Das Laboratorium der Katastrophe
Von der gaullistischen Ausnahme zur allgemeinen Präsidialisierung
Die Vorbehalte der Nachkriegszeit
Eine amerikanische Ausnahme
Das gaullistische Moment
Die Verbreitung der Präsidentschaftswahlen
Die Personalisierung jenseits der Präsidialisierung
Unumgänglich und problematisch
Die demokratischen Gründe der Präsidialisierung
Die spezifischen Grenzen der Legitimation durch Wahlen
Präsidialismus und Neigung zum Illiberalismus
Über die »Unmöglichkeit, die Zeit zurückzudrehen«
Die Regulierung des Illiberalismus
Die Einhegung der Wahlen
Reparlamentarisierung der Demokratie?
Die neuen Wege der Unpersönlichkeit
Das Verhältnis von Regierenden und Regierten
Die Ratio der Herren
Das Zeitalter der Verführung und der Manipulation
Das Verhältnis von Regierten und Regierenden denken
Selbstverwaltung, Selbstregierung, Selbstinstitution
Die unmögliche Aufhebung der Äußerlichkeit
Herrschaft und Asymmetrie
Demokratie als Eigenschaft
Lesbarkeit
Das Auge des Parlaments auf die Regierung
Das Auge des Volkes auf seine Repräsentanten
Bentham und die Augen der Demokratie
Reich der Sichtbarkeit und Elend der Lesbarkeit
Die Dämonen der Intransparenz
Das Recht auf Wissen und die Institutionen der Lesbarkeit
Eine gewisse gesellschaftliche Vorliebe für Intransparenz?
Verantwortung
Eine englische Erfindung
Von der Banalisierung zum Versagen
Die politische Verantwortung neu begründen
Verantwortung als Rechenschaftspflicht
Verantwortung als Verpflichtung gegenüber der Zukunft
Reaktivität
Zuhören und regieren: Lektion in regressiver Geschichte
Polarisierung und Regression des staatsbürgerlichen Ausdrucks
Die verkümmerte Demokratie
Die Konfigurationen einer interaktiven Demokratie
Die Figuren des guten Regierenden
Der tugendhafte Fürst
Der reine Mandatsträger
Der homme-peuple
Der Politiker aus Berufung
Die Vertrauensperson
Wahrsprechen
Einige geschichtliche Elemente
Utopien und Verrat
Die Motive des Wahrsprechens
Die Schlachten des Wahrsprechens
Integrität
Die drei Transparenzen
Klärungsversuche
Die Institutionen der Integrität
Die Sanktionssysteme
Die zweite demokratische Revolution (Schluss)
Institutionen und Akteure der Betätigungsdemokratie
Funktionale Demokratie und Konkurrenzdemokratie
Einen positiven Bezug zur Zukunft wiederfinden
Suhrkamp Verlag GmbH
Torstraße 44
10119 Berlin
info@suhrkamp.de
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Personen für Die gute Regierung
Pierre Rosanvallon
Pierre Rosanvallon ist Professor für Neuere und Neueste politische Geschichte am Collège de France und Forschungsdirektor an der École des hautes études en sciences sociales (EHESS). 2016 erhielt er den Bielefelder Wissenschaftspreis.
Pierre Rosanvallon ist Professor für Neuere und Neueste politische Geschichte am Collège de France und Forschungsdirektor an der...

