Marion Poschmann
Nimbus - Gedichte

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Erschienen: 17.02.2020
Gebunden, 115 Seiten
ISBN: 978-3-518-42924-2
Auch als eBook erhältlich

SWR-Bestenliste

Inhalt

Nimbus, die dunkle Wolke, ist eine Erscheinung aus Schwung, Pracht, Weite, und doch gehört sie dem Formlosen, Ungreifbaren. Sie entfaltet Wirkung, sie bestimmt die Atmosphäre, zugleich entzieht sie sich, bleibt unbeherrschbar. Mit festem Griff und Subtilität, Witz und Zärtlichkeit unternimmt Marion Poschmann in ihren neuen Gedichten den Versuch, Nähe und Ferne zusammenzudenken und die maßlosen Kräfte der äußeren Gegenwart in einen Raum der Innigkeit zu verwandeln. Aber wo ist innen? Die Erforschung Sibiriens vor Beginn der Industrialisierung, flüchtige Begegnungen mit Tieren, die Nuanciertheit eines Farbtons oder die Verletzlichkeit von Eismassen spiegeln ebenso wie die kleinen magischen Praktiken des Alltags die Einzigartigkeit der globalen Veränderung.

Nimbus ist eine Feier des Sublimen und des Schönen, mitreißend und formbewusst, unverwechselbar im Ton, lustvoll und philosophisch.

Aus dem Buch

Farnfraktal – wie Flügel gegen sinkendes Abendlicht.
Und wir, wir wichen schüchtern den Schritt zurück
ins Dunkle, wo die Farnspiralen
ausharrten, dicht in sich eingewunden,

genügsam, lautlos. War ich denn jemals so –
so eingerollt in mich, völlig eingehegt
in Wald, der an mich grenzte, Wald, der
Gegenfarn bildete, größer, stiller.

Pressestimmen

»Die Lyrikerin selbst sucht eine Weite, von der sich eine erstarrte Ich-Identität in Frage stellen lässt, und hat dennoch zugleich Ich- Findung wieder zum Ziel. Das macht die Lektüre spannend.«

Eberhard Geisler, taz. die tageszeitung

»Marion Poschmann formatiert ihre Bilder durch eine Vielzahl lyrischer Formen, den freien Vers etwa, aber auch durch die ihm verblüffend nahe Ode. ... [oder] das Sonett, das hier als Sonettenkranz mit fünfzehn einzelnen, fein verflochtenen Gedichten erstrahlt.«

Steffen Richter, Der Tagesspiegel

»Die Gedichte in Nimbus denken in fein ausgesponnenen Versen in neun Zyklen über Mensch und Natur, über Macht und Ohnmacht, auch der Literatur, nach.«

Beate Tröger, der Freitag

»Marion Poschmann ist die Lyrikerin der ins Unbestimmte weisenden Leerstelle. ... [Ihre] Gestalten sind vergänglich und vorläufig, da sie erst im Verschwimmen, Tauen und Auflösen ihre zarte Schönheit offenbaren.«

Christian Metz, Frankfurter Allgemeine Zeitung

»Ihr Sujet beherrscht die 1969 in Essen geborene Marion Poschmann meisterlich. Ihre Gedichte zeugen von einer feinen Beobachtungsgabe, sie sind sensitiv und formvollendet. Marion Poschmann ist jetzt schon eine große deutsche Dichterin.«

Matthias Ehlers, WDR 5

»Poschmanns Sprache hat etwas Leichtes. Wie Schneekristalle schweben die Worte in die Zeilen, aus denen ihre Gedichte bestehen.«

Michael Opitz, Deutschlandfunk Büchermarkt

»Mit Nimbus hat Marion Poschmann eine Virtuosität erreicht, die in der deutschsprachigen Gegenwartslyrik ihresgleichen sucht.«

Dirk Hohnsträter, WDR Kultur

»Keine rückwärtsgewandte, sehnsüchtige Flaltung prägt den Band, sondern eine umfassende Sicht auf die Frage, was man sich heute so alles zur Natur denken muss.«

Florian Bissig, St. Galler Tagblatt

»Der dunklen Wolke, dem Nimbus, entsteigen in Marion Poschmanns fabelhaftem Gedichtbuch schöne poetische Illuminationen wie auch düstere Utopien. Es sind filigran konstruierte, von Natur- und Kunsterfahrung getragene Texte, die uns die Welt vor Augen stellen, als sähen wir sie zum ersten Mal.«

Michael Braun, Deutschlandfunk Kultur

»Es gibt nur wenige deutschsprachige Schriftstellerinnen, die sich gleichermaßen elegant wie virtuos in Lyrik und Prosa bewegen. Poschmann ist eine von ihnen.«

SWR 2 April 2020

Veranstaltungen

Kommentare

»Nimbus ist der beste Band den Suhrkamp in den letzten Jahren an Lyrik herausgab. Marion Poschmann ist ein Erzähler, Beobachter und lässt bildhaft Worte Assoziationen im Kopf illuminieren. Gerne liest man von Eis in allen Facetten, Natur, Krieg nur gehaucht.
Bilder, die brauchbar sind. Es gibt die Wortspieler, die die versuchen nichts wirkliches zu erzählen. Ganz anders Poschmann. Erinnernd an zb die großen Amerikaner bringt sie etwas in Gang. Eine Phantasiewelt die aus dem Gedicht tritt. Keine Versatzstücke, die unerklärlich erscheinen. Mich freut der nicht verrückt werdende Ton, der aus eigenen Kopfgeburten tritt! Schon ihr erstes Gedicht vom Fahrradfahren von glitzernden Kieseln ist inspirierend gewesen. Darum kaufte ich mir ihr Buch und es war kein Fehler!
Dichter die erst erklären müssen warum sie etwas schreiben, denen also die Phantasie fehlt oder essayhaftige Gedichte schreiben sind meiner Meinung out!
Es zählt das Erleben und die Beschreibung und das damit verbundene Verzahnen der Bilder. Das macht Frau Poschmann sehr gut.
Ich hoffe, es finden sich viele, die diese Idee forttragen!«
Uwe Kraus, 20.04.2020

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