Zsófia Bán
Weiter atmen - Erzählungen

Aus dem Ungarischen von Terézia Mora
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D: 22,00 €
A: 22,70 €
CH: 31,50 sFr

Erschienen: 18.05.2020
Gebunden, 173 Seiten
ISBN: 978-3-518-42909-9
Auch als eBook erhältlich

ORF-Bestenliste

Inhalt

Franz Reichelt steht 1912, in seinen selbstgebauten Fallschirm gewandet, auf dem Eiffelturm und zögert, sein Atem wölkt sich in der Kälte, in den alten Schwarzweißaufnahmen »pulsieren Chemie und Kratzspuren wie dichter Schneefall«.

Robika, der ein Siebtklässler wäre, wenn er eine Vorstellung von der Zeit hätte und in die Schule ginge, hat eine Obsession: Jede Woche sucht er sich im Laden von Mama Roza sieben weiße Seifen aus. Als der Laden einmal geschlossen ist, fährt Robikas Mutter mit ihrem untröstlichen Kind auf dem Fahrrad in die Stadt. Auf dem Rückweg haben sie einen Unfall, Robika muss geröntgt werden, eine Seife fest in jeder Hand. Aber alles ist gut, und er darf: Weiter atmen!

Ob sie von einer syrischen Flüchtlingsfamilie erzählt, die an der ungarischen Grenze strandet, von Rimbaud und denen, die ihn erforschen, von Liebenden, Kranken und Kindern, von Paris, Rio de Janeiro oder Ungarn – Zsófia Bán erschafft mit wenigen Sätzen, Filmschnitten Figuren, Bilder, innere Landschaften von ungekannter Tiefenschärfe.

Neue Erzählungen von Zsófia Bán – klug und empathisch, subtil und provokant, von assoziativer Phantasie und lakonischer Kühnheit.

Pressestimmen

»Zsófia Bán lässt in ihren Erzählungen keine literarische Gemütlichkeit aufkommen. Sie schaut so genau hin und beschreibt so präzis, dass es schmerzt. ... atemberaubend, weil [ihre] Unbedingtheit aufs Ganze geht in der Zusammenfügung des Getrennten.«

Jörg Plath, Neue Zürcher Zeitung

»Vielleicht liegt es an der Mischung zwischen ungarischer Erzähltradition und der körperlichen Erfahrung Brasiliens, dass diese Geschichten so eigenständig sind: realistisch und surreal gleichermaßen, trocken, witzig, warm, von einer filigranen Sinnlichkeit, die wie ein Wahrnehmungsfilter funktioniert.«

Meike Fessmann, Süddeutsche Zeitung

»Die Auswahl in Weiter atmen erscheint disparat und zugleich zwingend. Alle Wirkung geht von der Sprache aus. Und nur zusammen ist diese Auswahl vollständig und richtig.«

Judith von Sternburg, Frankfurter Rundschau

»Zsófia Bán zelebriert in ihren Erzählungen die Zerbrechlichkeit und Unsicherheit des Menschen. Ihre Sätze klettern bis in die feinsten Ästchen des Bewusstseins vor, dort wird die Aussicht phantastisch, das Atmen leicht.«

Julia Kohli, Neue Zürcher Zeitung am Sonntag

»Die intellektuelle Lust an der erzählerischen Konstruktion – sichtbar an der Unmittelbarkeit des Beginns, der Schärfe der Zuspitzungen, den häufigen, die Handlung verlangsamenden Reflektionen, der Montage von zwei Erzählebenen – kommt mit existenzieller Dringlichkeit daher. Bán schenkt emotionale wie rationale Intimität, und Terézia Mora hat beides in ein kraftvoll federndes Deutsch übertragen.«

Jörg Plath, Deutschlandfunk Kultur

»Kaleidoskopisch fügen sich die Texte des Bandes zu einem Panorama nie erzählter Geschichten, denen ein Moment des Schreckens immer schon eingeschrieben ist.«

Petra Nagenkögel, Die Presse

»Das Bán’sche Erzähluniversum zeichnet sich durch ein gehöriges Maß an Unkonventionalität, an Verspieltheit aus. Es ist der Eigensinn der Literatur, der hier aus jeder Zeile spricht ... Ja, glauben wir das Unmögliche, tauchen wir ein in diesen wilden Kosmos. Denn darin gibt es zum Glück nichts, wovon man nicht sprechen könnte.«

Andreas Wirthensohn, WDR

»Zsófia Báns Geschichten Weiter atmen lassen Gegensätze so zusammenprallen, dass sich blitzartig die Erkenntnis eines zuvor verborgenen Zusammenhangs einstellt und einem der Atem wegbleibt.«

Jörg Plath, ORF

»Die Erzählungen [von Zsófia Bán] haben ihren Beginn im Irgendwo und sie führen ins Offene, Denkmögliche; einer Aufforderung gleich, sich selbst ein Bild vom weiteren Verlauf der Geschehnisse zu machen. Das tut man, fasziniert und staunend, nur allzu gerne.«

Werner Krause, Kleine Zeitung

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