Annie Ernaux
Der Platz

Aus dem Französischen von Sonja Finck
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CH: 25,90 sFr

Erschienen: 11.03.2019
Bibliothek Suhrkamp 1509, Gebunden, 94 Seiten
ISBN: 978-3-518-22509-7
Auch als eBook erhältlich

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Inhalt

Annie Ernaux schreibt die objektive Biographie ihres Vaters. Dabei wird sie zur genauen  Beobachterin der Verhältnisse, aus denen sie stammt. Das Erscheinen von Der Platz 1983 markiert einen Einschnitt in der französischen Literatur – diese neuartige Form der Selbstbetrachtung ist der Glutkern der Autofiktion.

Ihr Vater stirbt, und Annie Ernaux nimmt das zum Anlass, sein Leben zu erzählen: Um die Jahrhundertwende geboren, musste er früh von der Schule abgehen, war zunächst Bauer, dann, bis zum Todesjahr 1967, Besitzer eines kleinen Lebensmittelladens in der Normandie, die körperliche Arbeit ließ ihn hart werden gegen seine Familie. Das Leben des Vaters ist auch die Geschichte vom gesellschaftlichen Aufstieg der Eltern und der gleichzeitigen Angst, wieder in die Unterschicht abzurutschen, von der Gefahr, nicht zu bestehen. Dass seine Tochter eine höhere Schule besucht, macht ihn stolz, trotzdem entfernen sich beide voneinander.

Und so ist die Erzählung der Tochter auch die eines Verrats: An ihren Eltern, einfachen Menschen, und dem Milieu, in dem sie aufgewachsen ist – gespalten zwischen Zuneigung und Scham, zwischen Zugehörigkeit  und Entfremdung.

Im Original erschienen unter dem Titel La Place (Gallimard).

Aus dem Buch

»›Ich sollte das erklären.‹ Damit meine ich, über meinen Vater schreiben, über sein Leben und über die Distanz, die in meiner Jugend zwischen ihm und mir entstanden war. Eine Distanz, die mit Klasse zu tun hat und trotzdem etwas sehr Persönliches ist, für das es keinen Namen gibt. Eine Art distanzierte Liebe.«

Pressestimmen

»An den ... Büchern von Annie Ernaux führt kein Weg vorbei. Die Geschichte ihrer Eltern, so genannter einfacher Leute, ist so messerscharf geschrieben, dass die rigorose Subjektivität sich zu gleißender Allgemeingültigkeit wandelt.«

Judith von Sternberg, Frankfurter Rundschau

»Der Platz ist ein schmales Buch, aber es erzählt neben dem Biografischen auch die viel weiter ausgelegte Geschichte einer ›éducation intellectuelle‹ ... «

Paul Jandl, Neue Zürcher Zeitung

» ... selbst 35 Jahre nach seinem erstmaligen Erscheinen [ist Der Platz] ein besonderes Porträt, gerade in der anklingenden soziologischen Betrachtung der Zweiteilung und Fremdheit der Welten, in denen Ernaux und ihre Eltern sich befinden.«

Gerrit Bartels, Der Tagesspiegel

»Liest man dieses schmale, eindrucksvolle Buch, versteht man, warum Ernaux sich als ›Ethnologin ihrer selbst‹ bezeichnet. Es handelt sich um eine Annäherung an eine eigentlich vertraute und doch fremde Welt.«

Marlen Hobrack, Der Freitag

»Der Platz zeichnet bei aller genauen, harten Beobachtung zärtlich das Porträt eines Typus und einer Schicht, denen die Autorin in deren verzweifelter Stimmlosigkeit eine literarische Stimme verleiht ... leise und wunderbar ...«

Barbara Vinken, Die literarische Welt

»Anmutig und schön. Ernaux’ internationaler Erfolg ist mehr als verdient.«

The New York Times

»In Der Platz hält das literarische Ich Einzug in Ernaux’ Schreiben, wird sie zum ersten Mal zur ›Ethnologin ihrer selbst‹.«

L'Express

»Ohne jemals sentimental zu werden, schreibt Ernaux durchaus ergreifend – und sie beherrscht die stilistischen Register, die eben das ermöglichen.«

Arno Orzessek, rbb kulturradio

»Annie Ernaux’ Ton speisen in Der Platz rivalisierende Haltungen – und dennoch bestehen in dieser zutiefst anrührenden Miniatur Respekt und Unverständnis, Achtung und Verachtung ganz nah und natürlich nebeneinander.«

Lars von der Gönna, Westdeutsche Allgemeine

»Eine glänzende Millieustudie; ein schmales Buch, aber ein großer Text.«

SWR

»Ein Meisterwerk ... Unvergleichbar ... Überwältigend.«

Paris Match

»Voll zurückhaltender Emotion und Lebendigkeit.«

Le Monde

»Dieser hochgradig persönliche, manchmal schwer erträgliche Einblick in die Herkunft der vielfach ausgezeichneten Schriftstellerin lässt einen beeindruckt, manchmal beschämt zurück.«

Linn Penelope Micklitz, Kreuzer, Leipzig März 2019

»Das unsentimentale Porträt eines Mannes, der bewundert und geliebt wurde, aber sein Leben lang aufgrund seiner Herkunft und Bildung isoliert blieb. Sehr berührend.«

Kirkus Review

Videobeiträge

Nachrichten

Kommentare

»›Der Platz‹ war für mich eine maßgebliche Inspiration, ein Wegweiser.«
Didier Eribon, 21.11.2018

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