Annie Ernaux
Der Platz

Aus dem Französischen von Sonja Finck
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Gepl. Erscheinen: 11.03.2019
Bibliothek Suhrkamp 1509, Gebunden, 94 Seiten
ISBN: 978-3-518-22509-7

Inhalt

Annie Ernaux schreibt die objektive Biographie ihres Vaters. Dabei wird sie zur genauen  Beobachterin der Verhältnisse, aus denen sie stammt. Das Erscheinen von Der Platz 1984 markiert einen Einschnitt in der französischen Literatur – diese neuartige Form der Selbstbetrachtung ist der Glutkern der Autofiktion.

Ihr Vater stirbt, und Annie Ernaux nimmt das zum Anlass, sein Leben zu erzählen: Um die Jahrhundertwende geboren, musste er früh von der Schule abgehen, war zunächst Bauer, dann, bis zum Todesjahr 1967, Besitzer eines kleinen Lebensmittelladens in der Normandie, die körperliche Arbeit ließ ihn hart werden gegen seine Familie. Das Leben des Vaters ist auch die Geschichte vom gesellschaftlichen Aufstieg der Eltern und der gleichzeitigen Angst, wieder in die Unterschicht abzurutschen, von der Gefahr, nicht zu bestehen. Dass seine Tochter eine höhere Schule besucht, macht ihn stolz, trotzdem entfernen sich beide voneinander.

Und so ist die Erzählung der Tochter auch die eines Verrats: An ihren Eltern, einfachen Menschen, und dem Milieu, in dem sie aufgewachsen ist – gespalten zwischen Zuneigung und Scham, zwischen Zugehörigkeit  und Entfremdung.

Im Original erschienen unter dem Titel La Place (Gallimard).

Aus dem Buch

»›Ich sollte das erklären.‹ Damit meine ich, über meinen Vater schreiben, über sein Leben und über die Distanz, die in meiner Jugend zwischen ihm und mir entstanden war. Eine Distanz, die mit Klasse zu tun hat und trotzdem etwas sehr Persönliches ist, für das es keinen Namen gibt. Eine Art distanzierte Liebe.«

Pressestimmen

»Anmutig und schön. Ernaux’ internationaler Erfolg ist mehr als verdient.«

The New York Times

»In Der Platz hält das literarische Ich Einzug in Ernaux’ Schreiben, wird sie zum ersten Mal zur ›Ethnologin ihrer selbst‹.«

L'Express

»Das unsentimentale Porträt eines Mannes, der bewundert und geliebt wurde, aber sein Leben lang aufgrund seiner Herkunft und Bildung isoliert blieb. Sehr berührend.«

Kirkus Review

»Ein Meisterwerk ... Unvergleichbar ... Überwältigend.«

Paris Match

»Voll zurückhaltender Emotion und Lebendigkeit.«

Le Monde

Veranstaltungen

Videobeiträge

Kommentare

»›Der Platz‹ war für mich eine maßgebliche Inspiration, ein Wegweiser.«
Didier Eribon, 21.11.2018

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