Rainer Maria Rilke für alle Lebenslagen: 10 Zitate
Rainer Maria Rilke zählt zu den bedeutendsten Lyrikern der deutschen Sprache. Bereits seit dem Jahr 1900 wird sein vielseitiges Werk vom Insel Verlag verlegt. Wir haben tiefgründige Rainer Maria Rilke-Zitate für alle Lebenslagen zusammengestellt, die zum Nachdenken anregen – von heiter bis melancholisch.
»Du mußt das Leben nicht verstehen, dann wird es werden wie ein Fest.«
Aus dem Gedichtband Mir zur Feier (1899)
» … daß etwas schwer ist, muß uns ein Grund mehr sein, es zu tun.«
Rainer Maria Rilke an Xaver Kappus, 14. Mai 1904. In: Briefe an einen jungen Dichter
»Ach, wie gut ist es doch, unter lesenden Menschen zu sein.«
Aus Die Aufzeichnungen des Malte Laurids Brigge
»Es ist nicht allein wertvoll, daß zwei Menschen einander erkennen, es ist von großer Wichtigkeit, daß sie einander zur rechten Zeit finden und mit einander tiefe und stille Feste feiern in denen sie zusammenwachsen in ihren Wünschen, um gegen Stürme geeint zu sein.«
Rainer Maria Rilke an Lou Andreas-Salomé, 5. September 1897
»Die Eltern sollten uns nie das Leben lehren wollen; denn sie lehren uns ihr Leben.«
Aus »Du mußt dein Leben ändern«
»Ich lerne es täglich, lerne es unter Schmerzen, denen ich dankbar bin: Geduld ist alles!«
Rainer Maria Rilke an Xaver Kappus, 23. April 1903. In: Briefe an einen jungen Dichter
» ... wir suchen einen Spiegel, wir möchten abschminken und das Falsche abnehmen und wirklich sein. Aber irgendwo haftet uns noch ein Stück Verkleidung an, das wir vergessen. Eine Spur Übertreibung bleibt in unseren Augenbrauen, wir merken nicht, daß unsere Mundwinkel verbogen sind. Und so gehen wir herum, ein Gespött und eine Hälfte: weder Seiende, noch Schauspieler.«
Aus Die Aufzeichnungen des Malte Laurids Brigge
»Besitz ist Armut und Angst; Besessenhaben allein ist unbesorgtes Besitzen.«
Rainer Maria Rilke, Tagebücher. In: Frühling
»Es gibt den Tod im Leben, und es erstaunt mich, daß man dies ignoriert. Der Tod, dessen erbarmungslose Gegenwart wir in jeder von uns überlebten Veränderung erfahren, da man das Sterben langsam erlernen muß. Man muß sterben lernen: dies ist das ganze Leben.«
Rainer Maria Rilke an Mimi Romanelli, 8. Dezember 1907
» … alles Leben wird gelebt.«
Aus dem Gedichtzyklus Von der Pilgerschaft. In: Das Stunden-Buch
Werke von Rainer Maria Rilke im Insel Verlag
DIE GROSSE RILKE-BIOGRAPHIE
Offen sein und schreiben, mehr wollte Rilke nicht: ein bescheidener und zugleich anspruchsvoller Wunsch.
Sandra Richter, Literaturwissenschaftlerin und Direktorin des Deutschen Literaturarchivs Marbach, arbeitet mit neuen Quellen, die mit Ankauf des großen Rilke-Archivs 2022 nach Marbach gelangt sind. In ihrer Biographie erscheint der Autor in neuem Licht: nicht der weltabgewandte Einsiedler, zu dem er sich gern stilisierte, sondern alert in Gesellschaft, heiter und selbstironisch und in Finanzdingen beschlagener, als man gemeinhin annimmt. Sie zeigt, warum es sich gerade heute lohnt, Rilke wieder zu lesen: als Dichter des Lebens in allen seinen Erscheinungen.
Sandra Richter, Literaturwissenschaftlerin und Direktorin des Deutschen Literaturarchivs Marbach, arbeitet mit neuen Quellen, die mit Ankauf des großen Rilke-Archivs 2022 nach Marbach gelangt sind. In ihrer Biographie erscheint der Autor in neuem Licht: nicht der weltabgewandte Einsiedler, zu dem er sich gern stilisierte, sondern alert in Gesellschaft, heiter und selbstironisch und in Finanzdingen beschlagener, als man gemeinhin annimmt. Sie zeigt, warum es sich gerade heute lohnt, Rilke wieder zu lesen: als Dichter des Lebens in allen seinen Erscheinungen.
Rainer Maria Rilke Zitate – die wichtigsten Fragen und Antworten
Welche Rilke-Zitate sind besonders bekannt und werden am häufigsten zitiert?
Zu den bekanntesten Zitaten Rainer Maria Rilkes gehören Sätze aus den Briefen an einen jungen Dichter, darunter: »Habe Geduld gegen alles Ungelöste in deinem Herzen und versuche, die Fragen selbst lieb zu haben. Lebe jetzt die Fragen.« Ebenso häufig zitiert wird die Zeile aus den Duineser Elegien: »Das Schöne ist nichts als des Schrecklichen Anfang, den wir gerade noch ertragen.« Diese Verse berühren universelle Themen – Liebe, Angst, Schönheit und die menschliche Existenz –, die Rilkes Werk bis heute zeitlos machen.
Aus welchen Werken stammen Rilkes berühmteste Zitate?
Die meisten vielzitierten Sätze entstammen drei zentralen Werken: den Briefen an einen jungen Dichter, den Duineser Elegien und dem Stundenbuch. Die Briefe an einen jungen Dichter, seit 1929 beim Insel Verlag erschienen, versammeln Rilkes Ratschläge an den Dichter Franz Xaver Kappus und gelten als eines der eindringlichsten Dokumente über das Schreiben und das Leben. Alle drei Werke sind als Insel-Ausgaben erhältlich.
Über welche Themen schrieb Rilke – und was machen seine Zitate so besonders?
Rilkes Zitate kreisen um Liebe, Tod, Einsamkeit, Kunst und die Suche nach dem Sinn des Lebens. Das Besondere liegt in seiner Fähigkeit, existenzielle Erfahrungen in präzisen, klangvollen Bildern zu verdichten – ohne Antworten zu erzwingen, sondern die Frage selbst als Lebenshaltung zu begreifen. Marcel Reich-Ranicki beschrieb ihn als »die Verkörperung des Dichterischen«; Stefan Zweig schrieb: »Wenn wir in Deutschland Dichter sagen, denken wir an Rainer Maria Rilke.«
Eignen sich Rilke-Zitate auch für persönliche Anlässe wie Hochzeiten, Trauerfeiern oder Geburtstage?
Ja – Rilkes Werk enthält Verse, die für nahezu jeden Lebensmoment passend sind: Zitate über Liebe und Verbundenheit für Hochzeiten, Verse über Vergänglichkeit und Trost für Abschiede, und ermutigende Sätze für Neubeginn und Entwicklung. Eine breite Auswahl bietet Die Gedichte, die im Insel Verlag erschienene Gesamtausgabe seiner lyrischen Werke vom Frühwerk bis zum letzten Gedicht auf dem Sterbebett.
Wo kann man Rilkes Werke heute lesen – gibt es aktuelle Ausgaben?
Rilke ist seit dem Jahr 1900 Autor des Insel Verlags, der sein Werk geschlossen betreut und in verschiedenen Ausgaben zugänglich hält. Neben der umfassenden Gedichtsammlung Die Gedichte sind die Briefe an einen jungen Dichter als preisgünstige Insel-Taschenbuch-Ausgabe erhältlich – ein idealer Einstieg für alle, die Rilke über seine Zitate hinaus entdecken möchten.
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