Christa Wolf für alle Lebenslagen: 10 Zitate

Beitrag zu Christa Wolf für alle Lebenslagen: 10 Zitate
Christa Wolf zählt zu den bedeutendsten deutschsprachigen Schriftstellerinnen des 20. Jahrhunderts. Die 1929 in Landsberg an der Warthe (heute Gorzów Wielkopolski) geborene Autorin prägte die Literatur der DDR wie kaum eine andere und setzte sich in ihren Werken mit Erinnerung, Identität, Macht und gesellschaftlicher Verantwortung auseinander. Mit Büchern wie Der geteilte Himmel, Nachdenken über Christa T., Kindheitsmuster und Kassandra schuf sie literarische Stimmen, die politische und persönliche Erfahrungen auf einzigartige Weise miteinander verbinden. Für ihr Werk wurde sie unter anderem mit dem Georg-Büchner-Preis, dem Thomas-Mann-Preis und dem Uwe-Johnson-Preis ausgezeichnet. Wir haben zehn Zitate aus dem Werk von Christa Wolf zusammengestellt.

»Das Vergangene ist nicht tot; es ist nicht einmal vergangen. Wir trennen es von uns ab und stellen uns fremd.«

Aus Kindheitsmuster
 

»Denn ich ohne Bücher bin nicht ich.«

Aus Sämtliche Essays und Reden. Band 1 Lesen und Schreiben

»Zwischen Töten und Sterben ist ein Drittes: Leben.«

Aus Kassandra
 

»Furchtbar bedroht ist die Liebe, nicht nur durch den Nebenbuhler, auch durch den Liebenden selbst.«

Aus Unter den Linden

»Schreiben ist groß machen.«

Aus Nachdenken über Christa T.
 

»Einmal im Leben zur rechten Zeit sollte man an Unmögliches geglaubt haben.«

Aus Ein Tag im Jahr

»Scheint es Dir abwegig, zu glauben, daß ›das Denken‹, hätten Frauen seit über zweitausend Jahren an ihm mitgedacht, heute ein andres Leben führen würde?«

Aus Voraussetzungen einer Erzählung: Kassandra
 

»Was für eine vorzügliche Einrichtung, daß die Gedanken nicht als sichtbare Schrift über unsere Stirne laufen. Leicht würde jedes Beisammensein, selbst ein harmloses wie dieses, zum Mördertreffen.«

Aus Kein Ort. Nirgends

»Das Paradies kann sich rar machen, das ist so seine Art.«

Aus Nachdenken über Christa T.
 

»Realist ist heute, wer auf dem Boden der Tatsachen steht – ein Boden, der in den Plänen dieser gleichen Realisten bereits verseucht ist.«

Aus Voraussetzungen einer Erzählung: Kassandra

Werke von Christa Wolf im Suhrkamp Verlag

Medea. Stimmen

10,00 €

Kassandra

9,00 €

Kein Ort. Nirgends

9,00 €

Nachdenken über Christa T.

10,00 €

Sommerstück

12,00 €

Was bleibt

8,00 €

Unter den Linden

13,95 €

Der geteilte Himmel

12,00 €

Ein Tag im Jahr

15,00 €

Kindheitsmuster

20,00 €

Voraussetzungen einer Erzählung: Kassandra

8,50 €

Ein Tag im Jahr im neuen Jahrhundert

8,00 €

August

8,00 €

Leibhaftig

8,00 €

Die Lust, gekannt zu sein

11,00 €

Sämtliche Essays und Reden

36,00 €

Mit anderem Blick

7,50 €
10,00 €
9,00 €
9,00 €
10,00 €

CHRISTA WOLF – DIE WICHTIGSTEN FRAGEN UND ANTWORTEN

Wer war Christa Wolf?

Christa Wolf (1929–2011) war eine der bedeutendsten deutschsprachigen Schriftstellerinnen des 20. Jahrhunderts. Geboren in Landsberg an der Warthe, lebte und arbeitete sie in der DDR, deren gesellschaftliche Widersprüche sie in ihrem Werk schonungslos und mit großer sprachlicher Präzision befragte. Ihr umfangreiches Werk wurde in über 40 Sprachen übersetzt und mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet, darunter dem Georg-Büchner-Preis und dem Thomas-Mann-Preis.

Welches Buch von Christa Wolf sollte man zuerst lesen?

Ein idealer Einstieg ist Kassandra, in dem Wolf den antiken Mythos vom Trojanischen Krieg in ein eindringliches Selbstgespräch über Autonomie, Wahrheit und patriarchale Macht verwandelt. Kassandra ist ein Werk, das seit seinem Erscheinen 1983 zu den Klassikern der modernen deutschsprachigen Literatur zählt. Wer lieber mit autobiographisch geprägter Prosa beginnen möchte, greift zu Kindheitsmuster, in dem Wolf das Aufwachsen im Nationalsozialismus und das spätere Ringen um Selbstverständnis mit einer völlig neuen Form des Erinnerns verbindet.

Was war Christa Wolfs Verhältnis zur DDR?

Wolf lebte und schrieb ihr gesamtes Leben in der DDR, ohne sich dem Regime widerspruchslos anzupassen – von 1968 bis 1989 stand sie unter systematischer Beobachtung der Staatssicherheit. Ihre Erzählung Was bleibt, die 1979 entstand, aber erst 1990 erschien, thematisiert genau diese Überwachungserfahrung und löste nach der Wende eine heftige literaturpolitische Debatte aus. Das Tagebuchprojekt Ein Tag im Jahr dokumentiert über Jahrzehnte die Frage, die sie täglich beschäftigte: in der DDR zu bleiben oder nicht.

Wofür steht Christa Wolfs Schreiben inhaltlich?

Wolfs Werk kreist um Erinnerung, Identität, die Rolle der Frau in der Gesellschaft und das Verhältnis des Einzelnen zu politischen Systemen. Sie entwickelte eine spezifische Form des subjektiven, selbstreflexiven Erzählens, die sie selbst als »subjektive Authentizität« bezeichnete. Besonders ihr Rückgriff auf Mythologie – in Kassandra und Medea – nutzt antike Stoffe als Spiegel für zeitgenössische Machtfragen.

Was schrieb Christa Wolf über das Schreiben selbst?

Christa Wolf hat das Schreiben immer als Erkenntnisakt begriffen, nicht als bloße Mitteilung. In ihren Frankfurter Poetik-Vorlesungen, veröffentlicht unter dem Titel Voraussetzungen einer Erzählung: Kassandra, reflektiert sie ausführlich über den Entstehungsprozess von Literatur – und darüber, dass Schreiben bedeutet, sich einer Grenze zu nähern, die das Innerste um sich zieht. Ihr Satz »Dass ich nur schreibend über die Dinge komme!« fasst diese Haltung prägnant zusammen.

Christa Wolf, geboren 1929 in Landsberg/Warthe (Gorzów Wielkopolski), lebte in Berlin und Woserin, Mecklenburg-Vorpommern. Ihr Werk wurde mit zahlreichen Preisen, darunter dem Georg-Büchner-Preis, dem Thomas-Mann-Preis und dem Uwe-Johnson-Preis, ausgezeichnet. Sie verstarb am 1. Dezember 2011 in Berlin.

Christa Wolf, geboren 1929 in Landsberg/Warthe (Gorzów Wielkopolski), lebte in Berlin und Woserin, Mecklenburg-Vorpommern. Ihr Werk wurde...


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Zuletzt aktualisiert am 21.07.2026